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Freitag, 15. August 2014

Mary Sockwools

Wenn man Dinge nicht immer so verwendet wie für das, wofür sie vorgesehen waren, können da schon mal Haus-Mary-Janes (aus Sockenwolle) dabei herauskommen.

Sonntag, 13. April 2014

Faschings-Verkleidungs-RoundUp

Ein jedes Jahr im Fasching, seit dem Kindergarten und in der Volksschule, verkleidete sich das Kind anlässlich der Faschingsfeiern. Weil man das so tut. An einem festgelegten Termin fröhlich und ausgelassen und albern sein. Weil man an diesem Tag (und nur an diesem Tag? auf Kommando?) spinnert sein darf/muss/kann/soll.

2006 erledigte die Hauptarbeit der Kindergarten selbst: Vorgegebenes Motto ("Tiere"), und die Öhrchen bastelten sie dort auch selbst. Braun-naturfarbiges Gewand ausgewählt, und fertig.

2006: Der Bär.

Dankenswerterweise auch 2007 ein Motto: Clowns. Da ließ sich einfach etwas aus dem Kleiderschrank zusammenstellen – inklusive Mutterns eigentlich kurzer Hose.

2007: Der Clown.

2008 bekamen wir ein Baumeister-Kostüm geschenkt, von Leuten, die dachten, das Kind würde wie alle Anderen auf den Franchise-Waggon aufspringen. Eine Verkleidung war es allemal, so wurde sie eben angezogen. Wie phantasielos. Dankbar war ich darum dafür, dass der Kindergarten ein Faschingsfest mit einer Zirkusaufführung organisierte – und das Kind zum Löwen wurde.

2008: Commercial Bob.
2008: Der Löwe.
2009 fragte ich: Wie willst du dich denn verkleiden? Und das Kind meinte, Spongebob?!? Also wurde ein Kostüm geschaffen. Ein Schwammkopf aus einer Cornflakes-Schachtel, eine Krawatte aus Stoffresten, und die Sache war erledigt.

2009: Commercial Bob 2.0


2010 wieder das große Grübeln: Und was heuer?!? Ritter vielleicht? Nur zufällig ein walisischer, da der Drache sich so gut machte, wenn auch äußerst mühsam mit der Nagelschere auszuschneiden. Gut, wenn man genug Karton und Spezialpapier für Schild und Krone im Hause hat. Das Pseudo-Kettenhemd fand sich im 2ndHandShop.

2010: Der Ritter.
2011 wurden ein geschenkter Vampirumhang, ein Stab aus dem Zauberkasten und viel Buntpapier (Zylinder) zu einem Zaubererkostüm zusammengestoppelt. Achtung: Ein Zylinder ist nicht rund. Er ist oval. Weil Köpfe nicht rund sondern oval sind.

2011: Der Illusionist.

Nach langem Überlegen sollte es 2012 ein Pinguin sein. Diesmal ging's ans Nähen (Kostüm aus Rollkragenpullover, altem T-Shirt, Leggins), Stricken (Pinguinbein-Legwarmers), Basteln (Schnabelmaske und Fisch). Der weiße Bauch funktionierte als Geheimtasche, in der Golfischli-Knabbereien für die Schulkollegen versteckt wurden. Das Kostüm gewann keinen Preis, wurde aber ob seiner Einzigartigkeit von Direktion und Lehrerkollegium gelobt. 

2012: Der Pinguin.

Der größte Aufwand bis dato: Das Sams 2013. Für den "Taucheranzug" klapperten wir X 2ndHandShops nach gräßlichem Trainingsgewand ab (wenn man's sucht dann gibt's es nicht), das in langen Nächten abgeändert und mit den typischen Streifen benäht wurde. Dann Schwimmflossen und Rüsselnase gebastelt, Sams-Rückholtropfen (Zuckerkügelchen) fabriziert, und rotes Haarspray gekauft. Hinter vorgehaltener Hand das Lieblingskostüm der Klassenlehrerin. 

2013: Das Sams.

2014 war es nur eine Frage der Entscheidung, welche Star Trek-Uniform es sein sollte. Ein Klingone war nahezu unmachbar (zugegeben: nichts ist unmachbar, aber der immense Aufwand hätte sich für einen Tag nicht gelohnt, und die Herstellung in der kurzen Zeit nicht fertig werden können); für einen Vulkanier hätten die Augenbrauen ab müssen. Also lieber der originale Haustechniker Scott. Nach schneller Recherche stand fest: Das Originalkostüm war so simpel geschneidert, dass es ganz einfach nachkonstruiert werden konnte. Und nicht um über € 80,- gekauft. Rotes Herrenshirt (aus dem Rundhals- einen V-Ausschnitt gemacht), mit schwarzem T-Shirt-Rest komplettiert, Zackenlitze drauf, Abzeichen gestichelt. Und dann noch der typische Blick des abwägenden Ingenieurs: Aaaaaaah, Jim, ich mach's in zwei.

2014: Der Scotty.

Wir werden sehen, wie es in Zukunft weitergeht. Ob das Gymnasium auch verkleidungspflichtige Faschingsfeiern abhalten wird. Ob es dem Kind irgendwann zu blöd wird. Ob er sich selbst etwas zusammenstellen oder wieder mich beauftragen wird. Und ob er es mir dann wie in den letzten Jahren erst kurzfristig sagen kann, damit ich noch schnell in leichte Schweißausbrüche verfallen und in den Semesterferien rasch etwas auf den Kleiderbügel bringen kann. Ich gebe zu: Es macht mir ja Spaß. Nicht der Fasching. Aber die Kostümbildnerei.

Montag, 7. Januar 2013

He's got David Bowie's Eyes

oder: Was lange währt wird alter Hut.


Titel Nummer Zwei ergibt sich aus meinen letzten wochenendlichen Machenschaften.
Gefilzter Cloche-Hut im 20er-Stil.


Ich gebe offen zu: Ich habe gephotoshopped.
Und zwar dilettantisch.
Weil ich zu faul war gutes Licht zu machen bzw. darauf zu warten,
und dann auch zu faul war um einen ordentlichen Pfad zu erstellen.
Klingt kompliziert herzustellen, war es dann doch nicht, aber im Endeffekt doch schon.
Das Strickmuster sah recht praktikabel aus, auch die Abbildung des von der Dame geschaffenen Huts ging in die Richtung meiner Vorstellung.
Natürlich, zum Filzen vorgesehene Werke sehen anfangs immer monströs und abartig aus. Doch dieses war übermonströs. Das Filzmützending hätte als Kinderrock oder wollene Salatschüssel gelten können. Ich hatte aber nicht überdimensionalisiert und mich brav ans Strickmuster gehalten. Auch die selbe Wollmenge verwendet. Und ich vertraute auf den Filzwaschgang.
1 1/2 Stunden und 60 Grad später war das Stück geschrumpft – aber das hätte es gerne noch mehr können. Nun war es nur noch eine mittlere Obstschüssel. Doch mein Kopf ist von Natur aus eher klein (meine Kappen stammen aus Kinderkleiderabteilungen), und ich war faul bzw. geizig. Nicht noch einmal Wolle kaufen. Nicht noch einmal von vorn anfangen. Nicht noch mal einen Abend lang dran stricken. Nicht € 12,- in den Mist werfen (oder in die Altkleidersammlung).
Sondern mit Wäscheklammern abklemmen was hintan überflüssig ist. Und ein schönes spitzes Dreieck ausschneiden. Zusammennähen. Und bei der nächsten Waschladung mit nachwaschen.

Sieht ja schon viel besser aus, und passt. Aber es fehlt etwas. Das Hutband. Rips wäre schön. Ein breites, schwarzes Hutband aus Rips. Aber ich bin faul. Und geizig. Und nehme kurzerhand einen breiten schwarzen Einziehgummi. Passt schon. Passt wunderbar.


Was auch passt wie die Faust auf's Auge, ist Titel Nummer Eins, dem Kinde geltend, dessen Augenfarbe von Jahr zu Jahr immer etwas mehr zu differieren scheint.

Photoshop wurde hier nur zum Bildbeschnitt verwendet.
Das Foto war von der Aufnahme her überbelichtet.
Die Augenfarbe(n) wurde(n) nicht verändert.
Es liegt auch nicht an etwaigem Schatten – die linke Iris ist grünlicher, die rechte blauer. Bislang war hauptsächlich nur zu bemerken, dass die linke Pupille im Vergleich zur rechten größer ist (in diesem Bild nicht zu sehen) und verzögert auf Lichtverhältnisse reagiert.
Wie bei David Bowie. Und einer meiner Englischprofessorinnen am Gymnasium.

Wie dem auch sei. Es ändert nichts an der Sehschärfe oder der subjektiven Lichtempfindichkeit. Und mehr als dass ich die Pupillendifferenz aufgrund möglicher medizinischer Untersuchungen in Notfallformularen angeben muss, macht es auch nicht aus.


– I might have Bette Davis' hat.



Freitag, 3. August 2012

Camera Rasa

Diesjährige Mitbringselgeschenke*.

Ein Baumwollwaschsetgeschenksmitbringsel.

Urlaubsvorteil: Wach genug für Sommernachtsbesucher.

Und Vollmondschaumansichten.

Wenn Frau Holle ein Mitternachtsschaumbad nimmt.

We like the Moon. 'Cause it's so close to us.


* Das Dreieckstuch ist sozusagen Stellvertreter für eine ungefähr 3- bis 4mal so große Geschenksvariante. 
Multiplizieren Sie daher bitte die angezeigte Fläche mal π.

Sonntag, 1. Juli 2012

My 30s/40s in Caramel

Seit über 20 Jahren besitze ich ein Kleid, bei einer Ethnogeschäftskette gekauft und in damaligen Sommern am Leib getragen.
Luftig-feine schwarze Viskose, gefältelter Rockteil, und, was mir erst nach einiger Zeit aufgefallen war, brav mit Rocktaschen ausgestattet.

Nun trug ich das Kleid schon lange nicht mehr. Das Sonnenlicht hatte das Schwarz etwas entkräftet. Und ganz ohne Ärmel mag ich nicht so recht.
Aber entgegen der Daumenregel, dass man das, was man über ein Jahr nicht mehr getragen hat, genauso weggeben kann, ließ ich das Kleid in den letzten Jahren ein wenig warten. Auf das berühmte, stets spontan eintreffende "Klick!", dem eine flotte Umgestaltung folgt.
So auch bei diesem Stück.

Zuerst wurde es mitten in der Nacht plötzlich ins kalte Wasser gestoßen. Damit die Chlorbleiche ihre Arbeit tun konnte. Erwartetes Ergebnis? Irgendwas Rostrotes, Oxbloodiges vielleicht. Der Schnelltest am inneren Saum sprach von etwas dieser Art.
Ausgespülterweise sah es dann eher einem Schokoladebraun ähnlich, aber das Trockenergebnis sagte eindeutig: Goldkaramell! Nun gut, damit konnte ich leben. Auch wenn sich diese Farbe nicht in meiner Garderobe befindet, aber ich kam zu der Ansicht, dass mir gelbstichigere Farben eher zu Gesicht stehen als blaustichige.
Aber was mit den (nichtvorhandenen) Ärmeln tun! Schön, wenn man eine Kiste voll Stoffe hat, aber nichts kommt irgendwie in Frage. Und dann einen Ärmelschnitt basteln, irgendwie... bei dieser Hitze... Es fühlte sich nach einer weiteren Wartezeit auf Moment X an.

Doch spontan, wie am liebsten alles, sogleich die Idee: Ein übergroßes Früh90er-Werbe-T-Shirt mit trageuntauglichem großem Druck weiß auf schwarz ("Bad Boys Eau de Toilette"...) dümpelt im Kasten herum. Und wartet darauf, als Organspender zum Einsatz kommen zu können.
Schnipp, schnapp, kurze Ärmel ab, und direkt so ins Kleid eingesetzt. Und schnipp, schnapp, Bauchsaum amputiert und dem Kleid als Rückbindebändchen transplantiert. Die schwarzen Nähte und Knopfaugenknöpfe hatte es ja schon.



Es ist seinen Teenagerjahren entwachsen und in den Enddreißigern gelandet. Vor allem, wenn es dann mit schwarzen britischen Riemchenschuhen getragen wird. Nur meine Haare würden garantiert nicht bei dem Versuch "Wasserwelle" mitspielen.

PS: Einen "Peter Pan Kragen" hab ich in Erwägung gezogen. Das Spendershirt hätte ja noch reichlich herzugeben, falls es mir eines Tages danach sein sollte.

Freitag, 30. Dezember 2011

Handgemurkste Bringschuld

Damit dieses Jahr auch am Rechner sortiert und eingeordnet werden kann, eine schnelle Bringschulds-Ansicht herbstlicher und winterlicher Handwerkeleien.

Des Kindes fade Sweatjacke mit neu entdecktem Idol gepimpt.
Who you gonna call! 
Zählt meiner Ansicht nach zum Allgemeinwissen der Moderne.

 Des Mannes fades T-Shirt mit wiederentdecktem Idol gepimpt.


Chevron, baby! Baumwollhandtuch. Für mich.

Baumwollgesichtschrubbtücher für Schwieger- und Mutter.
Im 20ies-Stil, wie ich finde.

Auch das Kind wollte ein chevronisiertes Handtüchlein.

Zu grell hier zu sehen: Kindes nächstes neues Handtuch,
wie die Wellen den Sand riffeln.

Ratpack! Ein Ratzehundspullöverchen für Bekannte.
(links schaut der Popsch raus)

Ein Tischläuferchen mit Fimo-Perlen.
Es war mir halt danach.

Warum nur leicht ungleiche Farbtöne immer so herauskommen
auf dem Foto... 
Und: Knopf unterwegs zu Boden gefunden.

Sohn wollte/brauchte neue "Feuchtlinge".
Mutter freute sich über den Abendauftrag
(typisches Zitat: "Morgen Früh hast' sie.")

Hals-Rachen-Rochen.
Dreiecksschultertuchrezept meets Sockeneffektgarn.
(Ja eh, blocken, ja weiß ich eh. Ja ja.)

Auftragsarbeit für Auftraggeber No. 1. 
Schal misst so über 1 1/2 Meter. Der alte Dr. Who lässt grüßen.

A nerdy, recycled Christmas!
(Und: Postpaketband zu stricklieseln macht Finger wund.)

Postpaketbandzuckerstangenweihnachtsuntersetzer
(= längstes Wort des Jahres auf diesem Sender?)

Viel diskutiert und legendär (und hier falsch herum aufgelegt):
Rock-Paper-Scissors-Lizard-Spock!
Und damit der Spruch zum Jahreswechsel:
Dif-tor heh smusma!
(Live Long and Prosper) 


(Übrigens: All diese Werke wurden aus Materialien gefertigt die ich schon länger im Haus hatte. Nichts davon musste speziell besorgt werden. Nur die Regenbogenwollfarben waren ein kürzlich erhaltenes Geschenk, das umgehend verarbeitet wurde.) 

Mittwoch, 9. Februar 2011

Winter 2010/11

Große Designer zeigen die Winter-Kollektion ja schon im vorhergehenden Sommer.
Kleine Selbermacherinnen dann halt dann, wenn der heurige Winter (hoffentlich) nahezu schon Geschichte ist.

Wo Gestresstheit auf gleichzeitige Faulheit trifft (jawohl, das gibt es), wird nicht dokumentiert, was neben dem begeisterten Schauen von z. B. Lie to Me (im famosen Original) so alles entstanden ist in den vergangenen Wochen und Monaten. Mmmh, einer meiner topfavorisierten Schausteller. Seit... na, auch schon über zwanzig Jahren.
Aber nun zurück zu meinen eigenen Werken, da gibt's jetzt kein Herumdrückenwollen.

Was ich ja schon im Spätsommer angesprochen habe, war die Liste der Schule, die unter Anderem auch nach Stoffsackerln ersuchte. Zwei an der Zahl; für Turnsachen und Hausschuhe.
Hier zu sehen: Der Turnbeutel sowie eine der ebenfalls angefragten Stoffservietten. Jeweils handgestichelt bzw. handgekordelt, alles aus Geschirrtüchern aus dem Euroshop. Das Namensschildchen ist voll Mutterstolz ganz offensichtlich auch selbst gepfriemelt. Wovon ich kein Bild habe: Der Malkittel sowie die "Malfetzerl". Die befinden sich nämlich dauernd in der Schule.

Dann erinnere man sich an meine Pseudo-Schafwoll-Optik-Mütze mit dazupassendem Herrn Moebius. Da schrie das Kind, So eine möcht ich auch!, und so geschah's. Für ihn allerdings mit weniger mädchenhaftem Zipfel an der Mütze. (Auch wenn er später protestierte, ich solle ihm das eines Tages bitte auch in eine Nougatbommel umtauschen.)

Weiters bat das Kind um (Bein)Stulpen. Als er sah dass Muttern sich mit dem Zopfmuster angefreundet hatte, mussten da auch Zöpfe rein. Also aufgeribbelt und noch mal gemacht.

Hier sieht man den Ritterschal für den Herrn und den Ritterschal für den Knaben. In Anlehnung an das Kettenhäubchen und den Schal, von mir "Scoif" tituliert. Der Herr bekam's überraschenderweise zu Weihnachten, das Kind mal so zwischendurch. Simpleres Muster nahezu unmöglich; Wirkung: ziemlich echt. (Und wer mal in eine neuere BBC-Serie betreffend Robin Hood reingeschaut hat, erkennt die Idee zum Fake-Kettenhemdlook vielleicht. Kam nicht gut bei BBC, shame on your Kostümabteilung, ist aber gut genug für meinen Hausgebrauch.)

Und da ist es, das doppelte Déjà-Vu. Einerseits die Pseudo-Schafwolle, andererseits die Zöpfe. Ja, ich wollte mich selbst herausfordern. Und ja, ich hatte wohl einen schottischen Moment.

Zu einem feierlichen Anlass schenkte ich meiner Mutter einmal einen USB-Stick. Damit ich ihr Kinderbilder nicht mehr mühsam mailen muss, sondern sie sie bequem automotorisch nach Haus bringen kann. Doch meine Mutter ist eine jener Damen, die großformatige Handtaschen mit weniger als einem kleinen Zusatzfach im Inneren favorisiert. Und da verliert sich so ein Stickchen mal schnell im Gewühl. Darum musste überraschenderweise ein Schutztäschchen her. Aus schwedischem Reststoff, gefüttert mit einem dieser samtbeflockten Plastikmaterialien, für mehr Stabilität. Tadah.

Und was macht Frau wenn sie über Weihnachten frei hat? Auf der Couch sitzen und grübeln wie der Sitzcomfort verbessert werden könnte. Und so gesellte sich zu den zwei anderen quadratrischen Pölstern (von denen einer im Zuge dieser Aktion etwas mehr Stopfvolumen und auch gleich eine ordentliche Innenhülle erhielt) ein dritter hinzu. Polster aus aufgelassenem Still- bzw. Kinderbett-Kissen und weißem Baumwollstoff aus der schwedischen Restekiste, Unterhülle ebenso, und einer zählgestrickten Außenhülle. Und weil Rautenstrick allein so glatt-verkehrt ist, bekam das Ganze während der Zusammenhäkelei gleich ein paar Knubbel dazu.

Nachdem mir meine Mutter nach ihren Groß-Umsortier- und -Aufräumarbeiten bergeweise Wolle, Stoffe und stapelweise Handarbeitszeitschriften aus den frühen 80ern zu- und nach Haus getragen hat, die sie sonst weggeworfen hätte (Schnappatmung #1: das kann man nicht wegschmeißen!, das ist hochgeschätztes Retro-Handarbeitsgut!! und Schnappatmung #2: bitte wo soll ich das jetzt alles bei mir unterbringen!!), entdeckte ich in einem der Säcke eine honiggelbe feine Merinowolle... diese typische "so leicht und doch so warm"-Wolle. Bloß nicht gerade in "meiner" Farbe. Also musste das Kind daran glauben. Honig? Karamell? Oder, laut dem Herrn des Hauses, die schlimmste so-80er-Farbe die er je gesehn hat? Das Foto spottet der Wollfarbe Beschreibung. Es macht sie zu senfig, was sie nicht ist. Sie ist... einfach 80er. Sowas traut sich heutzutage keiner mehr herzustellen. Ist aber so schön komplementär zu des Kindes Augenfarbe, da geht das dann schon.

Und fast vergessen: Endlich wurde aus meiner Idee und Illusion, meinen Computersessel ein wenig aufzumotzen (ich betone nochmals: Lie to Me zu schauen, vor dem Computerbildschirm und auf dem Computersessel, welcher schon über zehn Jahre auf der Sitzfläche hat und bei dem einem schon die Schrauben ins Hinterteil bohren, verleidet mit Fortschreiten der Zusehdauer das Vergnügen) Wirklichkeit bzw. Praxis. Schon seit einiger Zeit hatte ich ein Sitzkissen (wie man sie für Esstischstühle kauft) in petto, und einen vagen Plan, wie ein Überzug zu dem Ganzen aussehen könnte. Nun war also die Zeit reif, bzw. fand ich in derselben schwedischen Fundkiste einen netten Stoff, und machte mich sogleich ans Werk. Ja, handgenäht. Nein, nicht vermessen, nur mal so drübergeworfen. Und ja, abnehm- und waschbar. Mit Gummizügen. Weil was nützt mir all die Schönheit, wenn sie nach einiger Zeit wieder grau gesessen ist. Resultat: Viel besser in puncto Poschmeichelfaktor. Und endlich auch nicht mehr nur so schwarz.

Very last aber sicherlich nicht least ist hier das Werkstück des Kindes, auf dessen Herstellung er sich schon so lange gefreut hat:
Jakes hand(bzw. finger)gestrickter Schal.
Ewig schon lag er mir in den Ohren, er möchte Häkeln und Stricken lernen. Bekam zu Weihnachten ein Lehrbuch für Kinder, über das Häkeln. Fand mühsam heraus, wie man die Strickliesl zu ansehnlichen Ergebnissen würgen kann. Und dann kam die Schulwerkstunde. Und das Fingerstricken. Und der Bub war selig.
Übrigens freut er sich schon immens auf das nächste Schul-Handarbeitsprojekt: Es soll gestickt werden. Ich freu mich schon mit.

Wovon es leider keine Abbildungen gibt, sind bereits vergebene Geschenke.
Ein dicker, garniger, weicher Moebius für die Quasischwiegermutter.
Ein miniatürliches ungarisches Flohmarkt-Tässchen, das für die eigene Mutter zum Nadeltässchen umfunktioniert wurde (wir alle kennen die Idee: Nadelpolster füllt Tasse, sieht schnucklig aus, hat Zickzackbörtchen etc. pp.; inklusive Untertässchen zur Ablage von Fingerhüten und anderem nähtechnischem Allerlei).
Weiters ein Paar leicht bezopfte weiche Pulswärmer für die Kollegin (da sie sich so etwas in aller Öffentlichkeit vom Christkind gewünscht hatte; ellabätsch, sowas sagt man nicht laut wenn ich daneben steh).
Dem folgt dann ein dazupassender Moebius, welcher in der Serie allerdings etwas zu unspektakulär zum Hierherzeigen ist.
Außerdem strickte ich mir über Weihnachten auch einen Pullunder, den ich aber von Anfang an irgendwie nicht mochte. Und da sich so ein Wollbabyblues bei mir selten auswächst sondern höchstens auf die Dauer immer stärker schlechtes Gewissen verströmt, hab ich das Ding herzlos und kaltblütig mehr oder weniger gleich nach Fertigstellung wieder in seine DNA-Stränge zurückaufgelöst.

– Da gerade vorhin das Wort "unspektakulär" fiel. Spektakulär sind die oben gezeigten Pfriemeleien sicherlich nicht. Aber wenn ich sie hier so aufreihe, gibt mir das schon irgendwie das Gefühl der Selbstbestätigung, dass ich meine knappen Abende und freien Tage vor allem im Winter doch nicht so nutz- und ergebnislos in die Finsternis verstreichen habe lassen.
Und bald ist es wieder Zeit, sich in den Garten hinauszuwagen, und entzückt wie jedes Jahr die gleichen Blüten und Keimlinge abzulichten.
Bald. Aber nicht gleich auf der Stelle.