Sonntag, 14. August 2011
Mittwoch, 10. August 2011
Le Big Brother, c'est nous!
Ein Foto auf der Titelseite einer Tageszeitung. Polizei ringt Londoner Krawallisten nieder. Umringend: lässige Menschengruppe, als Zuschauer, fotografierend. Wo jedes Handy Fotografierfunktion besitzt, kann man von Schaulust allein nicht mehr sprechen – jeder ist Reporter, dokumentiert, fühlt sich zuständig am Platz. Zeitschriften locken mit Prämien für Einsendungen von "Leserfotos". Immer passiver wird die Gesellschaft, erzogen zu stummem Konsum exklusive Output und Interaktion.
Alarmierend die Entwicklung von selbsternannten Blockwarten, wenn die Krisenstimmung kippt.
Ich hab nix gesehn, ich hab (ja nur) fotografiert.
Alarmierend die Entwicklung von selbsternannten Blockwarten, wenn die Krisenstimmung kippt.
Ich hab nix gesehn, ich hab (ja nur) fotografiert.
(Bildquelle: heute.at)
Sonntag, 7. August 2011
Notiz für mein Altes Ego
Dass man Obstflecken (vornehmlich je frischer desto besser) auf die Art und Weise am Rückstandslosesten entfernen kann indem man das Wäschestück fürderhin in Milch einweicht, hab ich inzwischen schon einigen unbeleckten Eltern angetragen.
Und jetzt hab ich noch eine feine Weisheit zu Tage gevracht:
Wenn einem die Flugzeuggepäckschüttelei den Lidschatten zerbröselt (was ja schminktechnisch noch tolerierbar wär, aber das Umfeld des Schälchens inklusive Fingerspitzen fürchterlich einsaut), lässt sich das ziemlich einfach wieder auf, wie man technisch so schön sagt, auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
Zwar wie?
Die restlichen Bröckel fein zerdrücken, in diesen Staub ein bisschen von dem immer wieder nützlichen Isopropylalkohol eintröpfeln und quetschend vermischen. Auf diese glattgestrichene Pampe vorsichtig ein Taschentuch fein aufbreiten, und mit einem flachen, kleinen Gegenstand (faulheitshalber dem Boden der Isopropylalkoholflasche...) das Konglomerat festdrücken. Vielleicht noch einmal wiederholen (das Pressen), und offen durchtrocknen lassen. Alles wieder paletti! Und es staubt und schmiert einem nicht mehr alles voll.
Für Compactpuder nimmt man da angeblich Rosenöl, aber dazu hatte ich noch keinen praktischen Anlass.
So kann man sich übrigens auch professionelle Schminke in Form von Pigmenten selber durchmischen und anmachen, aber das ist ja kein Beautyforum hier, ich bin bloß 1.) zu rabiat um mich mit Schmierfarbe abzuärgern, und 2.) zu knausrig um sie gleich zu kübeln und Geld für Neue auszugeben. Und außerdem bekomm ich ab und zu den Rappel und möcht einfach alles in Ordnung und in Funktion haben; für mein Seelenheil und meine (und aller mit mir Lebenden) Psychohygiene.
Und jetzt hab ich noch eine feine Weisheit zu Tage gevracht:
Wenn einem die Flugzeuggepäckschüttelei den Lidschatten zerbröselt (was ja schminktechnisch noch tolerierbar wär, aber das Umfeld des Schälchens inklusive Fingerspitzen fürchterlich einsaut), lässt sich das ziemlich einfach wieder auf, wie man technisch so schön sagt, auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
Zwar wie?
Die restlichen Bröckel fein zerdrücken, in diesen Staub ein bisschen von dem immer wieder nützlichen Isopropylalkohol eintröpfeln und quetschend vermischen. Auf diese glattgestrichene Pampe vorsichtig ein Taschentuch fein aufbreiten, und mit einem flachen, kleinen Gegenstand (faulheitshalber dem Boden der Isopropylalkoholflasche...) das Konglomerat festdrücken. Vielleicht noch einmal wiederholen (das Pressen), und offen durchtrocknen lassen. Alles wieder paletti! Und es staubt und schmiert einem nicht mehr alles voll.
Für Compactpuder nimmt man da angeblich Rosenöl, aber dazu hatte ich noch keinen praktischen Anlass.
So kann man sich übrigens auch professionelle Schminke in Form von Pigmenten selber durchmischen und anmachen, aber das ist ja kein Beautyforum hier, ich bin bloß 1.) zu rabiat um mich mit Schmierfarbe abzuärgern, und 2.) zu knausrig um sie gleich zu kübeln und Geld für Neue auszugeben. Und außerdem bekomm ich ab und zu den Rappel und möcht einfach alles in Ordnung und in Funktion haben; für mein Seelenheil und meine (und aller mit mir Lebenden) Psychohygiene.
Samstag, 6. August 2011
Zapfenstreich in der Seitengasse
Vor einigen Monaten begann ich über die Straßenbeleuchtungsphilosophie der Wiener Stadtwerke nachzudenken. Man muss dazu wissen, dass unsere Schlafzimmerfenster zu ebener Erde in Richtung kleiner, stiller Seitengasse gehen. Und wir keine Jalousien sondern Vorhänge haben, weil mich Stockdunkel beim Schlafen eher hindert als ein leichter Schimmerschein. So entging mir also nicht, wie eine der Straßenlampen (hier hängen sie über der Fahrbahn, die Laternenpfahle findet man nur auf repräsentativen Meilen) daran war den Geist aufzugeben – ich wurde aus dem Schlaf irritiert von einem Flackerlichtgezucke wie man es beim neurologischen Epilepsietest einsetzt. Nicht dass sehr viel Licht durch die Vorhänge käme, aber dieses Geblitze war für eine Neuroprinzessin auf der Erbse wie mich derart störend dass es mich aus dem Schlaf holte. Und weiteren erschwerte.
Gut, dachte die Prinzessin, die Nacht ist jetzt eh bald um, und die Leuchtröhre sicher bald ersetzt. Schließlich gibt's sicher dienstbeflissene Mitbürger die gleich zum Telefonhörer greifen (in Augenhöhe im zweiten Stock, da flackert einem das sicher noch angenehmer ins Antlitz). Oder nächtliche Streifenwagenbesetzungen die die Illuminationsschwäche (Überfälle? Unfälle?) zu melden haben. Oder oder oder.
Und dann kam das Wochenende und die Röhre zuckte discomäßig weiter, und die Prinzessin berief sich auf die neue Arbeitswoche – nur um dann festzustellen dass die Röhre nicht durch eine frisch strahlende ersetzt, sondern nun komplett ausgefallen war. Und, vielleicht wie bei der Funktion einer Lichterkette, den restlichen Beleuchtungsstrang ausgelöscht hatte. Mir starrte nun die natürliche Dunkelheit entgegen. Und ich erinnerte mich meiner Kindheit, als Seitengassen nie wirklich hell waren in der Nacht. Als die Stadt in der Nacht generell nicht derart gleißend hell war. Ach ja genau, das war damals ja nicht so.
Aber jetzt!, dachte ich, aber jetzt, da wird ein Trupp kommen, mit seinem Ausfahrkörbchen, und ruckzuck die Störlampe reparieren. Hm.
Weil man durch solche kleinen Vorkommnisse ja sensibel wird in seiner Beobachtung, fiel mir dann im Anschluss auf dass sehr wohl wieder alle Lampen leuchteten – aber beim nächtlichen Betreten des Schlafzimmers alles so dunkel war dass man keine Konturen ausmachen konnte und gegen den Bettrahmen rannte. Wie kommt das denn jetzt?
Längere Beobachtung zeigte: Die Stadt Wien macht um elf das Licht aus. (Nunja, nicht ganz aus, aber merklich aus-erer.)
Machen die das schon länger so? Nur unter der Woche vielleicht? Nur in den verkehrsruhigen Seitengassen? Ist die Motivation ökologischer oder doch nur geiziger Natur? Oder sorgt man sich um den ungestörten Schlaf der Bürger? Und wer hat bestimmt dass das um elf Uhr geschieht? Ein Umfrageinstitut? Der Gesundheitsminister? Oder der Finanzminister?, "So, jetzt wird geschlafen, Licht aus und Gute Nacht!", damit wir morgen wieder fit sind und tüchtig arbeiten können?
Die Stadt deckt dich zu und dreht das Licht ab. Lesen kann ich zum Glück schon selber. Und einen Gutenachtkuss verbitt ich mir.
Nachtrag:
Heute Früh fiel mir dann noch etwas auf: Um Punkt 5 Uhr dreht die Stadt wieder auf hell.
Von elf bis fünf, das sind sechs Stunden. Sechs Stunden Schlaf. Dann darf wieder geameist werden.
Diese Tage bin ich übrigens schwer am Arbeiten – einerseits im Beruf, und andererseits (wegen dessen) daran, mindestens sechs Stunden Schlaf zu bekommen. Netto-Schlaf, nämlich. Denn diese Woche ereilte mich das Glück, an vier von fünf Arbeitstagen den Frühdienst um sieben Uhr zugeteilt zu bekommen. Was heißt, um 5 Uhr aufstehen. Und dank der derzeitigen U-Bahn-Sperre eine Stunde lang durch die dann schon erleuchtete Stadt gondeln zu dürfen.
Was für ein Glück. Was ich nicht alles darf.
Gut, dachte die Prinzessin, die Nacht ist jetzt eh bald um, und die Leuchtröhre sicher bald ersetzt. Schließlich gibt's sicher dienstbeflissene Mitbürger die gleich zum Telefonhörer greifen (in Augenhöhe im zweiten Stock, da flackert einem das sicher noch angenehmer ins Antlitz). Oder nächtliche Streifenwagenbesetzungen die die Illuminationsschwäche (Überfälle? Unfälle?) zu melden haben. Oder oder oder.
Und dann kam das Wochenende und die Röhre zuckte discomäßig weiter, und die Prinzessin berief sich auf die neue Arbeitswoche – nur um dann festzustellen dass die Röhre nicht durch eine frisch strahlende ersetzt, sondern nun komplett ausgefallen war. Und, vielleicht wie bei der Funktion einer Lichterkette, den restlichen Beleuchtungsstrang ausgelöscht hatte. Mir starrte nun die natürliche Dunkelheit entgegen. Und ich erinnerte mich meiner Kindheit, als Seitengassen nie wirklich hell waren in der Nacht. Als die Stadt in der Nacht generell nicht derart gleißend hell war. Ach ja genau, das war damals ja nicht so.
Aber jetzt!, dachte ich, aber jetzt, da wird ein Trupp kommen, mit seinem Ausfahrkörbchen, und ruckzuck die Störlampe reparieren. Hm.
Weil man durch solche kleinen Vorkommnisse ja sensibel wird in seiner Beobachtung, fiel mir dann im Anschluss auf dass sehr wohl wieder alle Lampen leuchteten – aber beim nächtlichen Betreten des Schlafzimmers alles so dunkel war dass man keine Konturen ausmachen konnte und gegen den Bettrahmen rannte. Wie kommt das denn jetzt?
Längere Beobachtung zeigte: Die Stadt Wien macht um elf das Licht aus. (Nunja, nicht ganz aus, aber merklich aus-erer.)
Machen die das schon länger so? Nur unter der Woche vielleicht? Nur in den verkehrsruhigen Seitengassen? Ist die Motivation ökologischer oder doch nur geiziger Natur? Oder sorgt man sich um den ungestörten Schlaf der Bürger? Und wer hat bestimmt dass das um elf Uhr geschieht? Ein Umfrageinstitut? Der Gesundheitsminister? Oder der Finanzminister?, "So, jetzt wird geschlafen, Licht aus und Gute Nacht!", damit wir morgen wieder fit sind und tüchtig arbeiten können?
Die Stadt deckt dich zu und dreht das Licht ab. Lesen kann ich zum Glück schon selber. Und einen Gutenachtkuss verbitt ich mir.
Nachtrag:
Heute Früh fiel mir dann noch etwas auf: Um Punkt 5 Uhr dreht die Stadt wieder auf hell.
Von elf bis fünf, das sind sechs Stunden. Sechs Stunden Schlaf. Dann darf wieder geameist werden.
Diese Tage bin ich übrigens schwer am Arbeiten – einerseits im Beruf, und andererseits (wegen dessen) daran, mindestens sechs Stunden Schlaf zu bekommen. Netto-Schlaf, nämlich. Denn diese Woche ereilte mich das Glück, an vier von fünf Arbeitstagen den Frühdienst um sieben Uhr zugeteilt zu bekommen. Was heißt, um 5 Uhr aufstehen. Und dank der derzeitigen U-Bahn-Sperre eine Stunde lang durch die dann schon erleuchtete Stadt gondeln zu dürfen.
Was für ein Glück. Was ich nicht alles darf.
Mittwoch, 13. Juli 2011
This is not a cockroach
Das eingangs erwähnte W. Busch’sche Krabbeltier begehrt die Veröffentlichung nachstehender Gegendarstellung
Nach Begutachtung der Beweisfotos kam der Kammerjäger William S. Borroughs (Name geändert) am Dienstag dem 12. Juli 2011 zum Schluss, dass es sich bei abgebildetem Krabbeltier aus verschiedenen Gründen –nicht- um eine (europäische) Schabe handelt. Zur Beweislegung gegoogeltes Bildmaterial stellte sich als falsch, irreführend, und, Zitat, “ein Schmarrn” heraus. Vermutet wird die Identität eines jugendlichen Exemplares der Familie der Bockkäfer.
Die klagende Partei wurde jedoch wegen ihres außerordentlichen Fotomaterials und ihrer Alarmbereitschaft gelobt und beruhigt zurückgelassen.
____________________
– Ja wenn man spätnächtens von einem in eine Wohnzimmerecke zwecks Versteckung dahinflitzenden, über 2 cm großem Käfervieh überrascht und erschreckt wird, im Leben noch nie einer Kakerlake begegnet ist, und dank Hygieneschulung am Magistrat weiß, dass eine nicht keine ist, erkundigt man sich eben schnell einmal im Internet darüber, wem man was wann zu melden hat (s. Gesetz von 1995), und dass die so in Kenntnis gesetzte Hausverwaltung die Kosten eines W. S. Borroughs zu tragen hat (=> Betriebskostenabrechnung).
In die Tüte von Papiere sperren sie die Krabbeltiere...
Ob es sich tatsächlich um einen Bockkäfer handelt(e) ist nicht gesichert, denn der freundliche Herr Bekämpfer kennt eben nur was er kennen muss, und eine Schabe ist in diesem Fall ausgeschlossen (auch wenn man eine Menge falscher, weil meinen gleicher, Bilder im Internet findet, Obacht!).
Weil. Ganz einfach.
Schaben tragen die Fühler stets falcomäßig nach hinten gelegt, nicht vorwärts fühlend.
Schaben haben keinen segmentierten Körper ("sondern eher wie eine Wurscht", Zitat).
Und haben keine Flügel (dieses Ding flog auch nicht, da Flügel noch nicht ausgewachsen).
Träte man auf eine Schabe um sie zu vernichten (mehr noch dazu), erkenne man sie auf Grund des Geräusches:
Käfer geben wegen ihres Chitinpanzers ein Knirschgeräusch ("wie wenn'S auf Popcorn steigen", Zitat).
Schaben, "da rutschen'S dann eher so weg mit'm Fuß, als würden'S auf eine Nacktschnecke steigen", Zitat.
Und um den Wääh-Faktor noch ein wenig zu steigern, hier der Grund warum man eine Schabe indoor nicht zertreten sollte (auch wenn man denkt, man hielte sie damit davon ab sich zu verbreiten):
So schnell kann das Krabbeltier gar nicht das Zeitliche segnen, als dass es nicht noch schnell sämtliche Nachkommen über Bord wirft.Noch einmal Wilhelm Busch:
- Jedes legt noch schnell ein Ei, und dann kommt der Tod herbei.
Danke, jetzt wissen wir's.
Dienstag, 12. Juli 2011
Sonntag, 26. Juni 2011
Back to the Roots.
Weil Blüten kann ja jeder.
Schön sind ja auch immer die alten Abbildungen von Pflanzen.
Und besonders gefallen hat mir daher, wie dieser Folder des Donau Festival Krems illustriert wurde:
Wenn Blüten faszinieren und inspirieren, tun Wurzeln das auf eine tiefergreifende Art und Weise.
Da erinnere ich mich, vielleicht einmal das "Rhizom" von Gilles Deleuze und Félix Guattari, wiederzulesen, das ich gegen Ende der 80er in einer Ausgabe des so geschätzten Merve Verlag Berlin erstanden und verschlungen hab.
Denken muss ich auch an die befreundete japanische Künstlerin, die mir einmal berichtete, der Gärtner müsse bei ihr ans Werk gehen, da "vom Bamboo die Füße bis zum Nachbarn hinüber gegangen" seien.
Wenn man einmal über Wurzeln nachzudenken anfängt...
Schön sind ja auch immer die alten Abbildungen von Pflanzen.
Und besonders gefallen hat mir daher, wie dieser Folder des Donau Festival Krems illustriert wurde:
Wenn Blüten faszinieren und inspirieren, tun Wurzeln das auf eine tiefergreifende Art und Weise.
Da erinnere ich mich, vielleicht einmal das "Rhizom" von Gilles Deleuze und Félix Guattari, wiederzulesen, das ich gegen Ende der 80er in einer Ausgabe des so geschätzten Merve Verlag Berlin erstanden und verschlungen hab.
Denken muss ich auch an die befreundete japanische Künstlerin, die mir einmal berichtete, der Gärtner müsse bei ihr ans Werk gehen, da "vom Bamboo die Füße bis zum Nachbarn hinüber gegangen" seien.
Wenn man einmal über Wurzeln nachzudenken anfängt...
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