Es sind die (scheinbar) kleinen Dinge im Leben, die einen in Zorn ausbrechen lassen können.
Vor allem, wenn sie vermeidbar gewesen sein könnten.
Sollten.
Und noch dazu das Nebenprodukt von etwas sind, das getan hätte werden sollen, aber im ironischen Gegensatz nicht gemacht wurde.
Bei mir heißt das dann "die Consommé wegschütten".
Dazu muss ich ein wenig ausholen, woher ich diesen Ausdruck habe.
Vor einigen, mittlerweile schon vielen, Jahren erzählte mir in einer geselligen Runde ein Bekannter, was ihm bei seiner Abschlussprüfung zum Koch in einer renommierten Ausbildungsstätte widerfahren war.
Es war ein Gänge-Menü zuzubereiten, und den Schülern wurden zur Assistenz junge Schüler zur Seite gestellt, die sie bei der Vorbereitung und kleinen Handgriffen unterstützen sollten.
Nun hatte der junge Mann quasi schon alles unter Dach und Fach, und bat den Frischling, er solle ihm, während er etwas Anderes fertigstelle, "nur noch die Consommé abseihen" (was dieser in seinem Lehrjahr schon beherrschen können sollte).
Und fiel fast in Ohnmacht als er dann sah was der Junge angestellt hatte: Statt die mühsam erköchelte Suppe fein durch ein Sieb zu gießen und so von den Geschmack gebenden Stücken zu befreien,
– seihte er sie ab, direkt ins Spülbecken. Und präsentierte dem Kochlehrling ein Sieb voll verkochter Zutaten.
Er hatte ihm die Consommé weggeschüttet.
Der Prüfling bestand seinen Abschluss trotzdem, sein Helferlein höchstwahrscheinlich in späteren Jahren auch noch, aber das ist genau so ein Moment, in dem man vor ohnmächtiger Wut schreien könnte.
Vor Wut geschrien hab ich auch heute Nachmittag. Während ich mich für eine Stunde zum ruhigen Lesen zurückgezogen hatte, dachten wohl Kind und Mann, wie der Mama unterdessen geholfen und eine Freude gemacht werden könne.
Das Kind war sichtlich auf der Terasse Unkraut jäten.
Und ließ die Hälfte des auszureißenden Unkrauts stehen.
Und riss dafür, was ich ihm einmal freudig wachsen und blühen gezeigt hatte, das schöne wilde Veilchen aus.
Er hat mir die Consommé wegg'schütt'.
Samstag, 17. September 2011
Freitag, 2. September 2011
Fotomitbringsel für die Nähblogwelt
Ein bisschen BestOf hatten wir ja schon, aber in der Auswahl zuvor war vieles nicht vertreten was ich in Gedanken an die Nähblogwelt fotografisch festhalten musste.
In diesem Geschäft in der kleinen Museumsstadt hätte man von den Motiven her Panorama fotografieren können.

Vom Besten aber eine Nahaufnahme mit der Nase am Schaufenster:

Eine Auswahl an (dazumal) bestellbaren Krägen. Neben Miedern, Röcken (sprich: Jacken) und vergleichbaren Kleidungsstücken. Irgendwie teilte niemand meine helle Begeisterung über diesen Katalog.

Hier durfte nur reingelinst werden. Wahrscheinlich wäre ich sonst schnurstracks an den Regalen hinten gewesen. Und/oder hätte die authentisch gekleidete Dame genötigt, mir eine Menge an den alten Geräten beizubringen.
Einfach idealer Nähplatz. Welch Neidfaktor. Ist aber auch in einem Cottage eher besser Situierter zu finden.
Und ich dachte mir, Einen Anblick dieser Art könnte man leicht auf einschlägigen aktuellen Blogs finden.

Der Versuchung den Kerzenständer anzuheben und drunterzuschauen musste ich leider widerstehen. Wie das Muster also weitergeht (bzw., beginnt) bleibt somit ein Geheimnis.

Und alle Augen auf die Strümpfe! Ich wollte den Musikern nicht viel mehr nähertreten. Niemals hätten die mir geglaubt dass ich nicht unter den Kilt sondern genauer auf die Strickmuster schauen will. Ich Freak.
Noch mehr Muster, noch mehr Farben. Nur ein zweites aus einem guten Dutzend solcher Fotos. Was für eine Fashion Show, so ein Bagpipe Contest.
Und ein Hoffnungsschimmer in einem Einkaufszentrum.

In diesem Geschäft in der kleinen Museumsstadt hätte man von den Motiven her Panorama fotografieren können.

Vom Besten aber eine Nahaufnahme mit der Nase am Schaufenster:

Eine Auswahl an (dazumal) bestellbaren Krägen. Neben Miedern, Röcken (sprich: Jacken) und vergleichbaren Kleidungsstücken. Irgendwie teilte niemand meine helle Begeisterung über diesen Katalog.

Hier durfte nur reingelinst werden. Wahrscheinlich wäre ich sonst schnurstracks an den Regalen hinten gewesen. Und/oder hätte die authentisch gekleidete Dame genötigt, mir eine Menge an den alten Geräten beizubringen.
Einfach idealer Nähplatz. Welch Neidfaktor. Ist aber auch in einem Cottage eher besser Situierter zu finden.
Und ich dachte mir, Einen Anblick dieser Art könnte man leicht auf einschlägigen aktuellen Blogs finden.

Der Versuchung den Kerzenständer anzuheben und drunterzuschauen musste ich leider widerstehen. Wie das Muster also weitergeht (bzw., beginnt) bleibt somit ein Geheimnis.

Und alle Augen auf die Strümpfe! Ich wollte den Musikern nicht viel mehr nähertreten. Niemals hätten die mir geglaubt dass ich nicht unter den Kilt sondern genauer auf die Strickmuster schauen will. Ich Freak.

Noch mehr Muster, noch mehr Farben. Nur ein zweites aus einem guten Dutzend solcher Fotos. Was für eine Fashion Show, so ein Bagpipe Contest.
Und ein Hoffnungsschimmer in einem Einkaufszentrum.

Dienstag, 16. August 2011
Mein Sohn, der Franzose
Langsam aber sicher fällt's mir auf.
Mein Kind muss im letzten Leben ein Franzose gewesen sein.
Vor einiger Zeit amüsierte er uns damit, dass er die Aufschrift einer Getränkedose "Flingue Povère" aussprach ("Flying Power").
Gerade eben las er auf dem Computer mit – "Refaçion" läse sich die Seite "Refashion Co-op".
Ich möchte dazu betonen, dass er fließend Englisch spricht. Und es schön langsam auch lesen kann.
Nur manchmal scheint er französische Ausreißer zu haben (hier gibt's aber kein Französisch zu hören).
Vielleicht hat er darum mit dem englischen R in manchen Wortkonstellationen leichte Ausspracheschwierigkeiten (aus diesem Blickwinkel zählt jetzt nicht mehr, dass das englisch-heimischen Kindern manchmal auch so ergeht)? Ruft er "Cheese, Gwomit!", klingt es nicht so richtig als wenn ich ihn versuchsweise "fromage" sagen lasse.
– Ich glaube, ab jetzt nenne ich ihn einfach Jacques.
Mein Kind muss im letzten Leben ein Franzose gewesen sein.
Vor einiger Zeit amüsierte er uns damit, dass er die Aufschrift einer Getränkedose "Flingue Povère" aussprach ("Flying Power").
Gerade eben las er auf dem Computer mit – "Refaçion" läse sich die Seite "Refashion Co-op".
Ich möchte dazu betonen, dass er fließend Englisch spricht. Und es schön langsam auch lesen kann.
Nur manchmal scheint er französische Ausreißer zu haben (hier gibt's aber kein Französisch zu hören).
Vielleicht hat er darum mit dem englischen R in manchen Wortkonstellationen leichte Ausspracheschwierigkeiten (aus diesem Blickwinkel zählt jetzt nicht mehr, dass das englisch-heimischen Kindern manchmal auch so ergeht)? Ruft er "Cheese, Gwomit!", klingt es nicht so richtig als wenn ich ihn versuchsweise "fromage" sagen lasse.
– Ich glaube, ab jetzt nenne ich ihn einfach Jacques.
Sonntag, 14. August 2011
Mittwoch, 10. August 2011
Le Big Brother, c'est nous!
Ein Foto auf der Titelseite einer Tageszeitung. Polizei ringt Londoner Krawallisten nieder. Umringend: lässige Menschengruppe, als Zuschauer, fotografierend. Wo jedes Handy Fotografierfunktion besitzt, kann man von Schaulust allein nicht mehr sprechen – jeder ist Reporter, dokumentiert, fühlt sich zuständig am Platz. Zeitschriften locken mit Prämien für Einsendungen von "Leserfotos". Immer passiver wird die Gesellschaft, erzogen zu stummem Konsum exklusive Output und Interaktion.
Alarmierend die Entwicklung von selbsternannten Blockwarten, wenn die Krisenstimmung kippt.
Ich hab nix gesehn, ich hab (ja nur) fotografiert.
Alarmierend die Entwicklung von selbsternannten Blockwarten, wenn die Krisenstimmung kippt.
Ich hab nix gesehn, ich hab (ja nur) fotografiert.
(Bildquelle: heute.at)
Sonntag, 7. August 2011
Notiz für mein Altes Ego
Dass man Obstflecken (vornehmlich je frischer desto besser) auf die Art und Weise am Rückstandslosesten entfernen kann indem man das Wäschestück fürderhin in Milch einweicht, hab ich inzwischen schon einigen unbeleckten Eltern angetragen.
Und jetzt hab ich noch eine feine Weisheit zu Tage gevracht:
Wenn einem die Flugzeuggepäckschüttelei den Lidschatten zerbröselt (was ja schminktechnisch noch tolerierbar wär, aber das Umfeld des Schälchens inklusive Fingerspitzen fürchterlich einsaut), lässt sich das ziemlich einfach wieder auf, wie man technisch so schön sagt, auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
Zwar wie?
Die restlichen Bröckel fein zerdrücken, in diesen Staub ein bisschen von dem immer wieder nützlichen Isopropylalkohol eintröpfeln und quetschend vermischen. Auf diese glattgestrichene Pampe vorsichtig ein Taschentuch fein aufbreiten, und mit einem flachen, kleinen Gegenstand (faulheitshalber dem Boden der Isopropylalkoholflasche...) das Konglomerat festdrücken. Vielleicht noch einmal wiederholen (das Pressen), und offen durchtrocknen lassen. Alles wieder paletti! Und es staubt und schmiert einem nicht mehr alles voll.
Für Compactpuder nimmt man da angeblich Rosenöl, aber dazu hatte ich noch keinen praktischen Anlass.
So kann man sich übrigens auch professionelle Schminke in Form von Pigmenten selber durchmischen und anmachen, aber das ist ja kein Beautyforum hier, ich bin bloß 1.) zu rabiat um mich mit Schmierfarbe abzuärgern, und 2.) zu knausrig um sie gleich zu kübeln und Geld für Neue auszugeben. Und außerdem bekomm ich ab und zu den Rappel und möcht einfach alles in Ordnung und in Funktion haben; für mein Seelenheil und meine (und aller mit mir Lebenden) Psychohygiene.
Und jetzt hab ich noch eine feine Weisheit zu Tage gevracht:
Wenn einem die Flugzeuggepäckschüttelei den Lidschatten zerbröselt (was ja schminktechnisch noch tolerierbar wär, aber das Umfeld des Schälchens inklusive Fingerspitzen fürchterlich einsaut), lässt sich das ziemlich einfach wieder auf, wie man technisch so schön sagt, auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
Zwar wie?
Die restlichen Bröckel fein zerdrücken, in diesen Staub ein bisschen von dem immer wieder nützlichen Isopropylalkohol eintröpfeln und quetschend vermischen. Auf diese glattgestrichene Pampe vorsichtig ein Taschentuch fein aufbreiten, und mit einem flachen, kleinen Gegenstand (faulheitshalber dem Boden der Isopropylalkoholflasche...) das Konglomerat festdrücken. Vielleicht noch einmal wiederholen (das Pressen), und offen durchtrocknen lassen. Alles wieder paletti! Und es staubt und schmiert einem nicht mehr alles voll.
Für Compactpuder nimmt man da angeblich Rosenöl, aber dazu hatte ich noch keinen praktischen Anlass.
So kann man sich übrigens auch professionelle Schminke in Form von Pigmenten selber durchmischen und anmachen, aber das ist ja kein Beautyforum hier, ich bin bloß 1.) zu rabiat um mich mit Schmierfarbe abzuärgern, und 2.) zu knausrig um sie gleich zu kübeln und Geld für Neue auszugeben. Und außerdem bekomm ich ab und zu den Rappel und möcht einfach alles in Ordnung und in Funktion haben; für mein Seelenheil und meine (und aller mit mir Lebenden) Psychohygiene.
Samstag, 6. August 2011
Zapfenstreich in der Seitengasse
Vor einigen Monaten begann ich über die Straßenbeleuchtungsphilosophie der Wiener Stadtwerke nachzudenken. Man muss dazu wissen, dass unsere Schlafzimmerfenster zu ebener Erde in Richtung kleiner, stiller Seitengasse gehen. Und wir keine Jalousien sondern Vorhänge haben, weil mich Stockdunkel beim Schlafen eher hindert als ein leichter Schimmerschein. So entging mir also nicht, wie eine der Straßenlampen (hier hängen sie über der Fahrbahn, die Laternenpfahle findet man nur auf repräsentativen Meilen) daran war den Geist aufzugeben – ich wurde aus dem Schlaf irritiert von einem Flackerlichtgezucke wie man es beim neurologischen Epilepsietest einsetzt. Nicht dass sehr viel Licht durch die Vorhänge käme, aber dieses Geblitze war für eine Neuroprinzessin auf der Erbse wie mich derart störend dass es mich aus dem Schlaf holte. Und weiteren erschwerte.
Gut, dachte die Prinzessin, die Nacht ist jetzt eh bald um, und die Leuchtröhre sicher bald ersetzt. Schließlich gibt's sicher dienstbeflissene Mitbürger die gleich zum Telefonhörer greifen (in Augenhöhe im zweiten Stock, da flackert einem das sicher noch angenehmer ins Antlitz). Oder nächtliche Streifenwagenbesetzungen die die Illuminationsschwäche (Überfälle? Unfälle?) zu melden haben. Oder oder oder.
Und dann kam das Wochenende und die Röhre zuckte discomäßig weiter, und die Prinzessin berief sich auf die neue Arbeitswoche – nur um dann festzustellen dass die Röhre nicht durch eine frisch strahlende ersetzt, sondern nun komplett ausgefallen war. Und, vielleicht wie bei der Funktion einer Lichterkette, den restlichen Beleuchtungsstrang ausgelöscht hatte. Mir starrte nun die natürliche Dunkelheit entgegen. Und ich erinnerte mich meiner Kindheit, als Seitengassen nie wirklich hell waren in der Nacht. Als die Stadt in der Nacht generell nicht derart gleißend hell war. Ach ja genau, das war damals ja nicht so.
Aber jetzt!, dachte ich, aber jetzt, da wird ein Trupp kommen, mit seinem Ausfahrkörbchen, und ruckzuck die Störlampe reparieren. Hm.
Weil man durch solche kleinen Vorkommnisse ja sensibel wird in seiner Beobachtung, fiel mir dann im Anschluss auf dass sehr wohl wieder alle Lampen leuchteten – aber beim nächtlichen Betreten des Schlafzimmers alles so dunkel war dass man keine Konturen ausmachen konnte und gegen den Bettrahmen rannte. Wie kommt das denn jetzt?
Längere Beobachtung zeigte: Die Stadt Wien macht um elf das Licht aus. (Nunja, nicht ganz aus, aber merklich aus-erer.)
Machen die das schon länger so? Nur unter der Woche vielleicht? Nur in den verkehrsruhigen Seitengassen? Ist die Motivation ökologischer oder doch nur geiziger Natur? Oder sorgt man sich um den ungestörten Schlaf der Bürger? Und wer hat bestimmt dass das um elf Uhr geschieht? Ein Umfrageinstitut? Der Gesundheitsminister? Oder der Finanzminister?, "So, jetzt wird geschlafen, Licht aus und Gute Nacht!", damit wir morgen wieder fit sind und tüchtig arbeiten können?
Die Stadt deckt dich zu und dreht das Licht ab. Lesen kann ich zum Glück schon selber. Und einen Gutenachtkuss verbitt ich mir.
Nachtrag:
Heute Früh fiel mir dann noch etwas auf: Um Punkt 5 Uhr dreht die Stadt wieder auf hell.
Von elf bis fünf, das sind sechs Stunden. Sechs Stunden Schlaf. Dann darf wieder geameist werden.
Diese Tage bin ich übrigens schwer am Arbeiten – einerseits im Beruf, und andererseits (wegen dessen) daran, mindestens sechs Stunden Schlaf zu bekommen. Netto-Schlaf, nämlich. Denn diese Woche ereilte mich das Glück, an vier von fünf Arbeitstagen den Frühdienst um sieben Uhr zugeteilt zu bekommen. Was heißt, um 5 Uhr aufstehen. Und dank der derzeitigen U-Bahn-Sperre eine Stunde lang durch die dann schon erleuchtete Stadt gondeln zu dürfen.
Was für ein Glück. Was ich nicht alles darf.
Gut, dachte die Prinzessin, die Nacht ist jetzt eh bald um, und die Leuchtröhre sicher bald ersetzt. Schließlich gibt's sicher dienstbeflissene Mitbürger die gleich zum Telefonhörer greifen (in Augenhöhe im zweiten Stock, da flackert einem das sicher noch angenehmer ins Antlitz). Oder nächtliche Streifenwagenbesetzungen die die Illuminationsschwäche (Überfälle? Unfälle?) zu melden haben. Oder oder oder.
Und dann kam das Wochenende und die Röhre zuckte discomäßig weiter, und die Prinzessin berief sich auf die neue Arbeitswoche – nur um dann festzustellen dass die Röhre nicht durch eine frisch strahlende ersetzt, sondern nun komplett ausgefallen war. Und, vielleicht wie bei der Funktion einer Lichterkette, den restlichen Beleuchtungsstrang ausgelöscht hatte. Mir starrte nun die natürliche Dunkelheit entgegen. Und ich erinnerte mich meiner Kindheit, als Seitengassen nie wirklich hell waren in der Nacht. Als die Stadt in der Nacht generell nicht derart gleißend hell war. Ach ja genau, das war damals ja nicht so.
Aber jetzt!, dachte ich, aber jetzt, da wird ein Trupp kommen, mit seinem Ausfahrkörbchen, und ruckzuck die Störlampe reparieren. Hm.
Weil man durch solche kleinen Vorkommnisse ja sensibel wird in seiner Beobachtung, fiel mir dann im Anschluss auf dass sehr wohl wieder alle Lampen leuchteten – aber beim nächtlichen Betreten des Schlafzimmers alles so dunkel war dass man keine Konturen ausmachen konnte und gegen den Bettrahmen rannte. Wie kommt das denn jetzt?
Längere Beobachtung zeigte: Die Stadt Wien macht um elf das Licht aus. (Nunja, nicht ganz aus, aber merklich aus-erer.)
Machen die das schon länger so? Nur unter der Woche vielleicht? Nur in den verkehrsruhigen Seitengassen? Ist die Motivation ökologischer oder doch nur geiziger Natur? Oder sorgt man sich um den ungestörten Schlaf der Bürger? Und wer hat bestimmt dass das um elf Uhr geschieht? Ein Umfrageinstitut? Der Gesundheitsminister? Oder der Finanzminister?, "So, jetzt wird geschlafen, Licht aus und Gute Nacht!", damit wir morgen wieder fit sind und tüchtig arbeiten können?
Die Stadt deckt dich zu und dreht das Licht ab. Lesen kann ich zum Glück schon selber. Und einen Gutenachtkuss verbitt ich mir.
Nachtrag:
Heute Früh fiel mir dann noch etwas auf: Um Punkt 5 Uhr dreht die Stadt wieder auf hell.
Von elf bis fünf, das sind sechs Stunden. Sechs Stunden Schlaf. Dann darf wieder geameist werden.
Diese Tage bin ich übrigens schwer am Arbeiten – einerseits im Beruf, und andererseits (wegen dessen) daran, mindestens sechs Stunden Schlaf zu bekommen. Netto-Schlaf, nämlich. Denn diese Woche ereilte mich das Glück, an vier von fünf Arbeitstagen den Frühdienst um sieben Uhr zugeteilt zu bekommen. Was heißt, um 5 Uhr aufstehen. Und dank der derzeitigen U-Bahn-Sperre eine Stunde lang durch die dann schon erleuchtete Stadt gondeln zu dürfen.
Was für ein Glück. Was ich nicht alles darf.
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