Mittwoch, 28. Dezember 2011

Wir sind hier nicht beim Sondermüll!

Neues Jahr, neuer Platz.
Auf meiner ewigen inneren To-Do-Liste steht immer (wieder/noch) das Entsorgen von Dingen bzw. Abfall, der nicht einfach zum Altglas, Altpapier oder Hausmüll gehört.

So haben sich einige Energie"spar"lampen angesammelt, die in ihrer Giftigkeit nicht einfach weggetan werden können. "Wenn ich im Baumarkt wieder welche kauf, da bring ich sie gleich zurück." Aber nur ist es so, dass jetzt auch die näheren Supermärkte diese Glühbirnen verkaufen, doch keine Rücknahmebox aufstellen. Aber wie bei Batterien, dachte ich mir, muss der Verkäufer auch die Retouren annehmen. Und flugs hatte der Supermarkt neben seine Gewinnspielbox ein Sackerl mit alten Sparlampen gestellt. Und niemand hat mich mahnend drauf angesprochen.

Die nächste Kategorie: Medikamente. Krank werden ist ungut, Medikamente bekommen kann gut sein, sie nicht aufbrauchen zu müssen vielleicht noch besser. Auch gut ist, bestimmte Medizin auf Lager zu haben. Nicht gut ist, eine Schublade voll davon zu horten. Man gehe also an diese Lade heran. Und frage sich.
Erst einmal, wie lang ist das Zeug schon abgelaufen. In den Sack damit. Denn was davon abgelaufen ist, verliert nicht nur seine Wirkung, sondern kann einem mehr schaden als nutzen.
Zweitens, wann hab ich vor, diese Krankheit wieder zu bekommen. Und sollte ich da nicht eher ein frisches Präparat verschrieben bekommen. In den Sack.
Drittens, das Medikament ist zwar noch nicht abgelaufen, aber so speziell, dass ich es so bald nicht auf-/wiederbrauchen werde. Hinfort.
Viertens, davon hab ich Nebenwirkungen und darum etwas Anderes verschrieben bekommen. Genau – in den Sack.
Fünftens, das dritte verschiedene Hustenmittel. Schmeckt schrecklich und hilft nicht besonders. Weg. Vor allem, wenn ich die Alternative dazu jederzeit rezeptfrei in der Apotheke nachkaufen kann.
Und was nun mit dem Sack? – zurück in die Apotheke. Wer gibt, der nimmt. Und ich hab besseren Überblick in meiner Lade, wenn ich dringend Kreislauftropfen/Hustensirup/Magentropfen/wasauchimmer brauch.
Eine Hausapotheke ist gut, eine Haus-Sondermülldeponie nicht.

Und noch was zur Abteilung "Sondermüll": Eine Schuhschachtel voll alter entwickelter Fotos? Erinnerungen die man nicht (mehr) haben will?
Einzelne Exemplare aus der Fototasche nehmen, zerreißen und weg damit. Zur Not hat man immer noch den Negativ-Film. Da geht sicher eine Menge weg...

Samstag, 10. Dezember 2011

Wenn ich einmal reich wär...

Wir leben ja ziemlich "sparsam" in unserer Familie, nicht rein gezwungenermaßen, sondern größtenteils als Effekt unserer Lebenseinstellung.
• Ich kann und will mich schwer von praktikablen und geschätzten Dingen trennen. Ich halte sie instand, pflege und benutze sie so lange es geht.
• Ich bin kein Modetrendmensch. Ich habe meine eigenen Vorstellungen und lasse mich inspirieren, aber eine Shoppingtour für Dinge die "man haben muss" schreckt mich ab – vor allem wenn die meisten Dinge nicht meinem Geschmack und meinen Bedürfnissen entsprechen.
Aus diesen zwei Punkten ergibt sich zum Beispiel, dass ich nicht das neueste Eierfon hab. Dass ich mir Updates, Apps und Abstürze spar. Und unwahrscheinlicher überfallen werde, weil mögliche Täter nicht scharf auf mein altes Handy sind. Und ich kann meine Kleidung tragen wie sie mir passt. Weil ich keine Oneseason-Klamotten trage, die die nächsten Jahre nicht an mir gesehen werden "dürfen".
• Ich fertige gerne Dinge an. Es mag einerseits omamäßig oder, kommt auf den Trend an, superhip anmuten, aber ich lasse gerne Dinge mittels ein paar Nadeln entstehen. Oder aus Material, das sonst einfach im Müll gelandet wäre. So können sich Einrichtungshäuser und Fetzenläden einen großen Teil für wen Anderen sparen.
• Ich stöbere gern in Second Hand-Läden. Begonnen hat es aus reiner Findungs-Not heraus, da mir in Modefarben und -schnitten nichts gefallen und gelegen hat. So gesehen ist die Auswahl einfach größer. So wie der Freudenmoment, wenn man ein Schätzchen findet, so auch in Gebrauchtbuchhandlungen bzw. Ausverkaufskisten.
• Ich bin kein Autofreund. Es stinkt, es stresst und ärgert, es kostet einen Haufen Geld, es braucht zu viel Platz und ist gefährlich. Also spare ich Platz und Nerven. Und die vielleicht drei Mal im Jahr wo es nicht schlecht wäre ein Auto zur Verfügung zu haben, lassen sich leicht mit Alternativen abdecken. Außerdem spare ich mir die Mitgliedschaft im Fitnessclub, weil ich ungefähr zwei Drittel meiner zurückgelegten Strecken zu Fuß bewältige. Das andere Drittel schafft die U-Bahn.
• Ich gärtnere gern. Natürlich schlägt sich die Gartenfläche auf die Miete, und den Familienbedarf an Agrumen kann man damit nicht decken. Aber für Kräuter und Paradeiser langt's auf jeden Fall. Und wir haben dadurch eine eigene Outdoor-Spielfläche, die uns jederzeit zur Verfügung steht.
• Ich bin kein Beautybehandlungsjunkie. Ich färbe meine Haare zwar, aber selbst. Zum Haare schneiden gehe ich drei mal im Jahr. Und den Männern schneide ich sie selbst. Das ergab sich daraus dass ich meine Haare früher immer selbst geschnitten habe, und der Mann Friseure nicht leiden kann. Und den Haarschneidekampf mit dem Kleinen hatte ich von Anfang an nicht, weil ich in der passenden Situation in der passenden Umgebung drauflosschnippeln konnte. Und es beibehalten habe.
Ich finde auch Nagelprothesen unpraktisch. Einmal damit angefangen, muss es weitergeführt werden. Und lange Nägel sind mir ohnehin hinderlich. Und Solarien? Waren für mich immer schon aus Gesundheits- und Locationgründen kein Thema.
• Ich finde Kinobesuche nur mehr in wenigen bestimmten Fällen begehrlich. Da hab ich andere Wege.
• Ich brauche keine Putzfrau. Meinen Kram fass ich lieber selber an.

So würde ich höchstwahrscheinlich auch leben, hätte ich doppelt oder gar dreifach so viel Geld zur Verfügung.
Aber es gibt dennoch ein paar Dinge, die ich dann zusätzlich machen oder haben wollen würde.
• Ich ginge einmal die Woche zur Massage. Natürlich könnte ich aufgrund meiner Disposition alle halben Jahre um die zehn mal auf Krankenschein gehen. Aber regelmäßig und öfter, das würde meine Lebensqualität garantiert steigern. Auch die Osteopathin würde mich nicht nur mehr in Notfällen zu sehen bekommen.
• Ich würde wirklich brav, wie ich es mir eigentlich immer vornehme..., zwei mal im Jahr zur Mundhygiene spazieren. Warum diese Vorsorge nicht automatisch zur halbjährlichen Kontrolle von der Krankenkasse übernommen wird, muss hier nicht diskutiert werden.
• Ich würde mit dem Kind einen TaiChi-Kurs besuchen. Natürlich könnte ich mir Anleitungen aus dem Internet heraussuchen. Dass das im Endeffekt nicht das Selbe ist wie live muss hier ebensowenig diskutiert werden.
• Vielleicht würden wir öfter einmal etwas weiter wegfahren. Weiter weg als die eigene Stadt (abgesehen vom Familienbesuch im Sommer). Ein bisschen mehr die Nachbarländer besuchen, an verlängerten Wochenenden. Mehr in Person über den Esstischrand schauen. Oder mit dem Kind mal ein solches Thermenwochenende ausprobieren.

Viel mehr ist es zunächst nicht. Und da musste ich auch schon grübeln, um darauf zu kommen. Wenn man doch gefragt wird, Was wünschst du dir zu Weihnachten.
Nichts, was man in Geschenkspapier packen kann.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Antibakteriell

Wieder einmal wurde mir besonders bewusst, dass ich garantiert nicht der derzeitigen Generation Schnepfi angehöre.
(Nicht dass ich jemals einer Generation Schnepfi angehört hatte – ich bewegte mich Zeit meines Lebens alternativ im Untergrund.)
Die aktuelle Generation Schnepfi zeigte sich mir in den letzten Tagen bzw. Wochen im urbanen Leben. Mädels in Size Zero (und sich dessen jeden Moment arrogant bewusst und durch Admiration des eigenen Spiegelbildes in jeglicher spiegelnden Fläche bestätigend), in einheitlicher Frisur von langem, glattem Haar. Inklusive der In-Accessoires eckiger Schultertasche und arrogant taxierender Blick, mit dem über die eckig betaschte Schulter das alternativ-untergrundige Selbst von unten nach oben gemustert wird.
Alles was nicht von ausnahmslos angesagten Massentextilherstellern stammt, reizt offenbar zu Rümpfnasen. Aber Schnepfi, du weißt höchstwahrscheinlich nicht, wie und was man mit 6 Stricknadeln gleichzeitig tun kann. Und Schnepfi, arrogante Gesichtsmaske führt irgendwann sicher zu Gesichtsfalten. Und zwar nicht zu denen, die ein Charaktergesicht ausmachen.
Sie können mir wurscht sein, die derzeitigen Schnepfis. Die in Mimik und Gestik klarstellen, dass sie noch viel besser sind als Klum und die Klumettes. Sie könnten mir wurscht sein, stächen sie und ihre Schultertaschen mir nicht so oft und überall ins Auge.
Aber lassen wir die Schnepfis Schnepfis sein; vielleicht sind sie ja eines Tages auch mal über 30 und haben vielleicht doch noch eine persönliche Persönlichkeit.
Kann mir aber eigentlich auch wurscht sein.

Ja, es ist Zeit des Jammerns und des Quengelns. So lange wird gejammert, bis das schon länger angebrachte Antibiotikums-Rezept ausgestellt wird. Was einen immer wieder krank macht, sollte irgendwann dann mal doch ausgemerzt werden. Die Nebenwirkungen reinigen dann gleich noch einmal.
Und wenn man sich schon der inwändigen Bakterien entledigt, kann man sich auch mal umsehen und auch im Wohnbereich mal wieder ein bisschen weiter ausmisten. Der praktische Nebeneffekt des Sich-bäh-Fühlens: Man hat weder Lust noch Energie sich länger und intensiver mit etwas auseinanderzusetzen. Man schiebe den ganzen Schreibtischkrempel in eine Schachtel, pflanze sich damit moosartig aufs Sofa, und sortiere rigoros, weil entnervt und entkräftet, den ganzen Plunder aus. Wenn einen schon alles annervt, wirft man es auch leichter und schneller von sich. Wer denkt mit Kopfschmerzen schon gern drei mal nach. Es schadet auch nicht, ab und zu mal den Refashionist und Reparierer links liegen zu lassen. Da wird jetzt nichts geflickt und geklebt. Keine Kraft übrig dafür. Schmeiß weg. Ja, Wegwerfgesellschaft ganz böse. Wachsende Müllberge. Aber warum soll ich den Wegwerfberg in meine Wohnung verschieben. Was ich anschließend nicht mehr reinhole muss ich auch nicht wieder wegwerfen.
Mitsamt den Bakterien fliegt auch gleich der nervige Krempel raus. Und aus meinem Kopf die New Schnepfis gleich mit. Stimmungsbakterien brauch ich nämlich genauso wenig.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Vergängliches bevorzugt

Wenn es draußen konstant duster ist, gibt es einem mehr Zeit, drinnen mehr "light" zu machen.
Angefangen dort wo man gerade sitzt ist es am Einfachsten: Diesmal war zuerst einmal der Rechner an der Reihe. Favoriten in der Linkliste rausschmeißen. Wenn sie es nicht verdient haben ein Favorit zu sein (innerer Dialog: die lädt so langsam; da ist mehr Zeug in der Seitenleiste als im eigentlichen Lesefenster; die Anleitungen zu gezeigten Handwerken gibt es nur per Bezahlung; da gibt's nichts was mich so wirklich von Hocker reißt), verdienen sie nicht mehr, sich in der Favoritenliste breit zu machen.
Dann kommen auch einmal die Programme dran. Wie viel unbenützter Altmüll findet sich darin. Seit facebook verstauben MSN, ICQ und dergleichen vor sich hin. Weg damit. (Selbstbefragung: In welche Kategorie fällt das Programm? Wie viele Alternativen dazu hab ich schon, und welche nutze ich eigentlich?) Wenn sich Firefox doch bewiesen hat, wozu Safari vor sich hin schimmeln lassen? – Und keine Bange, man kann eines schönen Tages ja wieder neu installieren, falls man doch Bedarf bekommen sollte.
Schön wäre es, wenn die Software-Aktualisierung den User auch darauf hinwiese, dass man altes Programmzeug am Rechner hat, und welches man davon eliminieren könnte. Und es dann auf Befehl auch täte – mit allem drum und dran deinstallieren. Es versteckt sich ja noch viel mehr Dateimüll in x anderen, versteckten Ordnern.

Vom Computer geht es in die Küche – und zu den schönen Flaschen und Schraubdeckelgläsern, die man angesammelt hat. Schön sind sie, die speziellen Buntglasflaschen. Und die mit den Bügelverschlüssen. Zu schön um sie einfach in den Glascontainer zu werfen. Daraus könnte man ja später einmal... Also löst man mühsam die Etiketten, reiht sie alle auf, um sie dann verstauben und verkleben zu lassen. Schön sind sie schon, aber... Was hätte ich damit tun können? Warum hab ich dann aber nicht? Also fort damit. Und falls ich eines Tages dann doch noch eine schöne buntglasige Bügelflasche brauchen sollte, wirklich brauchen sollte, na dann muss ich leider leider ein solches Bier kaufen und die Flasche leertrinken. Leider, leider, was für ein Pech.
Schön sind sie, diese Flaschen, aber eine leere Küchenarbeitsfläche ist noch schöner anzusehen.

Damit auch die Topfpflanzen zu mehr Freiheit kommen, wird sich auch ihnen gewidmet. Mit einer Schere und einem Mistsackerl bewaffnet ziehe ich durch die Räume und von Fensterbrett zu Fensterbrett. Die Erfahrung hat gezeigt, dass aus den vielen langen Luftwurzeln der Orchideen nichts Notwendiges wird. Weg damit! Trockene Blätter, Blüten und Stängel werden weggezupft oder weggeschnitten. Freiheit! Schön waren sie, aber früher oder später verwelken sie. Man mache Platz für neue Blüten.

Ich wünsche mir mehr unvermeidbar Vergängliches. Dinge die mit der Zeit aufgebraucht werden oder sich selbst aufbrauchen und vergehen. Sich, so gesehen, selbst entsorgen. Und von selbst Platz für die nächsten machen.
Ich wünsche mir nur mehr Geschenke zu bekommen, die in diese Kategorie fallen. Nahrungsmittel die verzehrt werden. Körperpflegeprodukte die aufgebraucht werden. Blumen die eine Woche oder zwei halten. Geschenke mit Ablaufdatum. Ewige Erinnerungen an die, die mir zumeist Dinge schenken, habe ich bereits reichlich, vielen Dank. Vielleicht stammt aus solchen Überlegungen die Klischeetradition, Pralinen und Blumen zu schenken. Klingt so banal, macht aber in diesem Kontext Sinn. Schenk der Mama Handcreme. Der Frau Blumen. Der Freundin Schokolade. Müll sie nicht mit Messerschleifern, Dekokram und Bilderrähmchen zu.
Vielleicht sollte man sich auch sämtlicher Blumenvasen entledigen. Und direkt verwenden, was sich im Moment des Blumengeschenks an Glasflaschen oder Gurkengläsern gerade im heimischen Recyclingkorb befindet. Und ist der Strauß verwelkt, kommt das Glas gleich mit zum Entsorgen.
Macht Eure Geschenke wegwerfbar. Stellt sie bestenfalls auch selbst her. Finden sie Anklang, lassen sie sich gern wiederholen. Und die Erinnerung daran findet nicht im Wohnzimmerregal, sondern im Kopf statt.
Darum bekomme ich jedes Jahr zu Weihnachten eine Blechdose voll selbstgebackener Vanillekipferl von meiner Mutter.

Montag, 17. Oktober 2011

Ein japanisches Aufräum-Märchen

Es war einmal ein japanischer Mönch, der alleine in einem kleinen Tempel neben der von ihm gebauten Friedenspagode lebte.
Nun trug es sich zu, dass der Mönch schon ziemlich alt war, und seine Mutter zu Besuch zu sich holen wollte, so lange es ihr in ihrem hohen Alter noch möglich war. Doch der Mönch lebte alleinig von Spenden, und ein Flug von Japan nach Österreich überstieg natürlich seine Finanzen, denn Reichtümer besaß er keine.
Doch eines Tages verkündete er erfreut, dass seine Mutter auf Besuch kommen würde. Aber wie hatte er es geschafft die Reise zu bezahlen?
Ich ging durch den Tempel und begann zu putzen, erzählte der Mönch. Ich putzte ein wenig hier – und oh!, ich fand Geld!, sagte er. Dann putzte ich noch ein wenig da – und oh!, ich fand noch mehr Geld! Ich putzte überall im Tempel, bis ich so viel Geld gefunden hatte, dass ich meiner Mutter ein Flugticket zahlen konnte.






Das erinnert mich daran, dass ich vor langer Zeit die Angewohnheit hatte, ab und zu zwischen manche Seiten meines 12bändigen Lexikons Geldscheine zu legen; als Überraschungs-Rücklage. Mittlerweile presse ich darin gerne vierblättrige Kleeblätter die ich finde. Vielleicht sollte ich einmal alle Bände durchblättern, vielleicht finde ich ja noch einen alten Geldschein.

Samstag, 17. September 2011

– Und dann hat er mir die Consommé wegg'schütt'.

Es sind die (scheinbar) kleinen Dinge im Leben, die einen in Zorn ausbrechen lassen können.
Vor allem, wenn sie vermeidbar gewesen sein könnten.
Sollten.
Und noch dazu das Nebenprodukt von etwas sind, das getan hätte werden sollen, aber im ironischen Gegensatz nicht gemacht wurde.

Bei mir heißt das dann "die Consommé wegschütten".
Dazu muss ich ein wenig ausholen, woher ich diesen Ausdruck habe.

Vor einigen, mittlerweile schon vielen, Jahren erzählte mir in einer geselligen Runde ein Bekannter, was ihm bei seiner Abschlussprüfung zum Koch in einer renommierten Ausbildungsstätte widerfahren war.
Es war ein Gänge-Menü zuzubereiten, und den Schülern wurden zur Assistenz junge Schüler zur Seite gestellt, die sie bei der Vorbereitung und kleinen Handgriffen unterstützen sollten.
Nun hatte der junge Mann quasi schon alles unter Dach und Fach, und bat den Frischling, er solle ihm, während er etwas Anderes fertigstelle, "nur noch die Consommé abseihen" (was dieser in seinem Lehrjahr schon beherrschen können sollte).
Und fiel fast in Ohnmacht als er dann sah was der Junge angestellt hatte: Statt die mühsam erköchelte Suppe fein durch ein Sieb zu gießen und so von den Geschmack gebenden Stücken zu befreien,
– seihte er sie ab, direkt ins Spülbecken. Und präsentierte dem Kochlehrling ein Sieb voll verkochter Zutaten.
Er hatte ihm die Consommé weggeschüttet.

Der Prüfling bestand seinen Abschluss trotzdem, sein Helferlein höchstwahrscheinlich in späteren Jahren auch noch, aber das ist genau so ein Moment, in dem man vor ohnmächtiger Wut schreien könnte.

Vor Wut geschrien hab ich auch heute Nachmittag. Während ich mich für eine Stunde zum ruhigen Lesen zurückgezogen hatte, dachten wohl Kind und Mann, wie der Mama unterdessen geholfen und eine Freude gemacht werden könne.
Das Kind war sichtlich auf der Terasse Unkraut jäten.
Und ließ die Hälfte des auszureißenden Unkrauts stehen.
Und riss dafür, was ich ihm einmal freudig wachsen und blühen gezeigt hatte, das schöne wilde Veilchen aus.
Er hat mir die Consommé wegg'schütt'.

Freitag, 2. September 2011

Fotomitbringsel für die Nähblogwelt

Ein bisschen BestOf hatten wir ja schon, aber in der Auswahl zuvor war vieles nicht vertreten was ich in Gedanken an die Nähblogwelt fotografisch festhalten musste.

In diesem Geschäft in der kleinen Museumsstadt hätte man von den Motiven her Panorama fotografieren können.


Vom Besten aber eine Nahaufnahme mit der Nase am Schaufenster:


Eine Auswahl an (dazumal) bestellbaren Krägen. Neben Miedern, Röcken (sprich: Jacken) und vergleichbaren Kleidungsstücken. Irgendwie teilte niemand meine helle Begeisterung über diesen Katalog.


Hier durfte nur reingelinst werden. Wahrscheinlich wäre ich sonst schnurstracks an den Regalen hinten gewesen. Und/oder hätte die authentisch gekleidete Dame genötigt, mir eine Menge an den alten Geräten beizubringen.


Einfach idealer Nähplatz. Welch Neidfaktor. Ist aber auch in einem Cottage eher besser Situierter zu finden.


Und ich dachte mir, Einen Anblick dieser Art könnte man leicht auf einschlägigen aktuellen Blogs finden. 


Der Versuchung den Kerzenständer anzuheben und drunterzuschauen musste ich leider widerstehen. Wie das Muster also weitergeht (bzw., beginnt) bleibt somit ein Geheimnis.


Und alle Augen auf die Strümpfe! Ich wollte den Musikern nicht viel mehr nähertreten. Niemals hätten die mir geglaubt dass ich nicht unter den Kilt sondern genauer auf die Strickmuster schauen will. Ich Freak.

Noch mehr Muster, noch mehr Farben. Nur ein zweites aus einem guten Dutzend solcher Fotos. Was für eine Fashion Show, so ein Bagpipe Contest.


Und ein Hoffnungsschimmer in einem Einkaufszentrum.