Freitag, 3. August 2012

Camera Rasa

Diesjährige Mitbringselgeschenke*.

Ein Baumwollwaschsetgeschenksmitbringsel.

Urlaubsvorteil: Wach genug für Sommernachtsbesucher.

Und Vollmondschaumansichten.

Wenn Frau Holle ein Mitternachtsschaumbad nimmt.

We like the Moon. 'Cause it's so close to us.


* Das Dreieckstuch ist sozusagen Stellvertreter für eine ungefähr 3- bis 4mal so große Geschenksvariante. 
Multiplizieren Sie daher bitte die angezeigte Fläche mal π.

Sonntag, 22. Juli 2012

Fabulöse Fabulationen

Das Schräge-Geschichten-Erfinden kann das Kind nur von mir haben.
Nachdem wir einen Fernsehsender im Menü haben der spätabends vorzugsweise trashige Horror-Monster-Filme zu zeigen pflegt (Megapiranhas, Dinocroc versus Monstergator oder Ähnliches dieser Tonalität), phantasierte ich neulich vor mich hin, welche mutierte Spezies denn noch nicht dran war bzw. wie ich schnell und billig in zehn Minuten meinen eigenen Plot zusammenspinnen könne.

Es war einmal eine Kleinstadt in den USA (so ist es ja immer, nicht wahr?), in der es zu mysteriösen Todesfällen kommt: Unschuldige Personen von nebenan werden vertrocknet-mumifiziert umherliegend aufgefunden.
Beginnen tut es mit der kurzen Vorgeschichte eines Police Officers (sagen die Amerikaner so, oder bloß die Briten?), der seinen Abschied in die Pension feiert. Endlich ausreichend Zeit für sein Hobby, das Angeln. Am Liebsten an einem dieser typischen Horrorfilm-Seen – einsam, von bewaldeten Bergen umgeben, im Morgengrauen, man kennt das Bild.
Dieser Officer also feiert seinen Abschied, bekommt vielleicht ein supertolles neues Anglerset von seinen Kollegen geschenkt... und wird am nächsten Tag tot und verdorrt in seinem Schiffernakel gefunden. Am ersten Tag seines wohlverdienten Ruhestands!
Die Kleinstadt ist schockiert.
Was ist geschehen!
Sein jüngerer Kollege und damaliger Schüler (muss ja so sein) nimmt den Fall auf. Allein schon aus persönlichem Verpflichtungsgefühl.
Bis, ja bis seine eigene Nachbarin, die ältliche nette Dame mit der Vorliebe für die Chrysanthemenzucht in ihrem Garten (oder was der filmische Durchschnittsamerikaner so gerne heranzieht), zwischen ihren liebevoll gehegten Beeten aufgefunden wird. – Ja, genau das selbe Bild: Vertrocknet, verschrumpelt, mitten in ihrer Tätigkeit darniedergestreckt.
Nun wird es den Kleinstadtbewohnern mulmig: Was hat es zu bedeuten, dass diese Verblichenen in einer auffälligen Beziehung zum Cop stehen? (Man vernachlässige hier den Gedanken, dass in einer solchen dünn besiedelten Filmkleinstadt jeder mehr oder weniger in Beziehung zu mehr oder weniger jedem steht).
Dass er auf grässliche Weise mit diesen Todesfällen in Verbindung stehen MUSS, bestätigt sich den mittlerweile in gewohnter Weise dem grundlos Verdächtigen gegenüber argwöhnisch und feindselig werdenden Bürgern, als dessen eigener Bruder, Inhaber einer Baufirma, auf seiner neuesten Großbaustelle entdeckt wird – selbes Bild, arbeitspflichtbewusster Familienvater der am Wochenende alleine "seine" Baustelle begutachten wollte. Selbstverständlich hatte auch er eine tragende soziale Rolle in der Gemeinschaft inne; geschätzt von jedermann und ein klaffendes Loch hinterlassend.
Um der erzählerischen Eintönigkeit der sich wiederholenden Vorkommnisse entgegenzuwirken, verschärft sich nun das Blatt das sich schon längst gegen den Cop gewendet hat: Es beginnt eine Hexenjagd gegen den Gesetzeshüter, bei dem jetzt wahrlich der Hut zu brennen beginnt dieses Mysterium zu lösen, wobei er durch die aufgebrachte Bevölkerung natürlich empfindlich in seiner Ermittlungsarbeit behindert wird.
Dazwischengeschnitten, anfangs sehr subtil und unauffällig, im Fortlaufen der Geschichte immer etwas dramatischer und bedrohlicher, sieht man Erdbrocken, Schollen, unschuldiges Getier und – Gewürm. Regenwürmer, um genau zu sein.
Langer Geschichte kurze Auflösung: Durch den Bau der Kleinstadt auf einer (aha!) wichtigen alten indianischen Stätte (dachten wir's uns doch) wurde das Erdreich durch Vibrationen/Substanzen/was auch immer in Ungleichgewicht gebracht, wodurch die Regenwürmer undsoweiter, man kennt diese Schiene, nun sie haben auf Grund ihrer Mutation die Dahingeschiedenen mittels ihrer Berührung mit einer sich ausbreitenden ätzenden Flüssigkeit angegiftet, welche den Mumifizierungstod für die arglosen Opfer ausgelöst hatte.
Fazit am Ende: Cop findet Lösung, bringt alles wieder ins Lot...
Letzte Kameraeinstellung muss ein psychischer Cliffahnger sein, wie zum Beispiel Kinder unbedarft in der Erde buddeln und ein Regenwurm langsam in Richtung ihrer Hände wurmelt...
Heißen kann so ein Film natürlich nur wie etwas in der Richtung wie... Reign Worms; mit oder ohne Komma, das sei zu diskutieren.

Trashig, was!
Und scheinbar kommt sowas immer wieder gut an. Und das Strickmuster bedient sämtliche Hollywood-Klischees immer wieder gerne. Aber irgendwie sind solche Filme gerade dann am Besten, wenn sie am Schlechtesten sind.

(PS: Irgendwo muss man da auch noch so eine typische attraktive, nicht sehr intelligenzbegabte Blondine einbauen; so eine Figur muss scheinbar immer dabei sein, als reiner Hingucker oder als Ablehnungsobjekt oder Opfer bzw. Lockvogel. Jeder Film braucht überdies eine Figur mit der man sich identifizieren kann, die Sympathieträger ist, und andererseits auch eine, die man absolut nicht ausstehen kann und sich am Liebsten wegwünscht. Ohne diese Figuren werden Filme und Fernsehserien unanschaubar und schal.)

Sonntag, 1. Juli 2012

My 30s/40s in Caramel

Seit über 20 Jahren besitze ich ein Kleid, bei einer Ethnogeschäftskette gekauft und in damaligen Sommern am Leib getragen.
Luftig-feine schwarze Viskose, gefältelter Rockteil, und, was mir erst nach einiger Zeit aufgefallen war, brav mit Rocktaschen ausgestattet.

Nun trug ich das Kleid schon lange nicht mehr. Das Sonnenlicht hatte das Schwarz etwas entkräftet. Und ganz ohne Ärmel mag ich nicht so recht.
Aber entgegen der Daumenregel, dass man das, was man über ein Jahr nicht mehr getragen hat, genauso weggeben kann, ließ ich das Kleid in den letzten Jahren ein wenig warten. Auf das berühmte, stets spontan eintreffende "Klick!", dem eine flotte Umgestaltung folgt.
So auch bei diesem Stück.

Zuerst wurde es mitten in der Nacht plötzlich ins kalte Wasser gestoßen. Damit die Chlorbleiche ihre Arbeit tun konnte. Erwartetes Ergebnis? Irgendwas Rostrotes, Oxbloodiges vielleicht. Der Schnelltest am inneren Saum sprach von etwas dieser Art.
Ausgespülterweise sah es dann eher einem Schokoladebraun ähnlich, aber das Trockenergebnis sagte eindeutig: Goldkaramell! Nun gut, damit konnte ich leben. Auch wenn sich diese Farbe nicht in meiner Garderobe befindet, aber ich kam zu der Ansicht, dass mir gelbstichigere Farben eher zu Gesicht stehen als blaustichige.
Aber was mit den (nichtvorhandenen) Ärmeln tun! Schön, wenn man eine Kiste voll Stoffe hat, aber nichts kommt irgendwie in Frage. Und dann einen Ärmelschnitt basteln, irgendwie... bei dieser Hitze... Es fühlte sich nach einer weiteren Wartezeit auf Moment X an.

Doch spontan, wie am liebsten alles, sogleich die Idee: Ein übergroßes Früh90er-Werbe-T-Shirt mit trageuntauglichem großem Druck weiß auf schwarz ("Bad Boys Eau de Toilette"...) dümpelt im Kasten herum. Und wartet darauf, als Organspender zum Einsatz kommen zu können.
Schnipp, schnapp, kurze Ärmel ab, und direkt so ins Kleid eingesetzt. Und schnipp, schnapp, Bauchsaum amputiert und dem Kleid als Rückbindebändchen transplantiert. Die schwarzen Nähte und Knopfaugenknöpfe hatte es ja schon.



Es ist seinen Teenagerjahren entwachsen und in den Enddreißigern gelandet. Vor allem, wenn es dann mit schwarzen britischen Riemchenschuhen getragen wird. Nur meine Haare würden garantiert nicht bei dem Versuch "Wasserwelle" mitspielen.

PS: Einen "Peter Pan Kragen" hab ich in Erwägung gezogen. Das Spendershirt hätte ja noch reichlich herzugeben, falls es mir eines Tages danach sein sollte.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Notiz an mein Altes Ego

Seifenstücke. Wie schön anzusehen, wie gut zu beschnüffeln sie sind. Aber ich kann's nicht leiden wie sie in verwendetem Zustand sich verhalten und aussehen: Rutschig, glitschig, aufweichend, Restschaum antrocknend, Spuren auf dem Unterbehälter zurücklassend.
Der Grund, warum sich einige schöne Seifenstücke in meinem Besitz befinden, ich aber immer schnöde Flüssigpumpseife auf dem Waschbeckenrand habe. (Hierzu: Ich will nicht mehr "Waschbecken" sagen. "Lavabo" ist doch viel schöner.)

Wie ist das also zu vereinen? Zu nutzen was bereits da ist? Ohne Abstriche und Kompromisse?
– Seifenstücke verflüssigen.
Geht. Kann man. Geht einfach. Kann man schnell.
Wie?
Das Seifenstück über eine großlöchrige Reibe schaben. Bestenfalls in ein Emaillehäferl. Ein wenig Olivenöl dazugeben. Mit dreifacher Menge mittels Wasserkocher erhitztem Wasser aufgießen. Mit einem Holzstäbchen ein bisschen aufrühren. Die nun aufgelöste, flüssige Seife durch einen Trichter in den leeren Flüssigseifenspender einfüllen.
Nach ein paar Stunden, nach dem Abkühlen,  verdickt sich das Gemisch wieder. Ein bisschen aufschütteln, und fertig.

Den Mut dazu hätte ich ruhig ein bisschen eher aufbringen können...

Freitag, 8. Juni 2012

Hast du kein Pferd, so nimm den Esel.

Bzw. eine Zeile darunter in der Liste von WikiQuote:
Hast Du nichts Gutes zu sagen, sage lieber gar nichts.

Ich geh mir selbst mit meiner ständigen Nörglerei ganz schön auf die Nerven. Man möge es nicht für wahrscheinlich halten.
Gemäß der mir in der Klostervolksschule eingeimpften "täglichen Gewissenserforschung", die sich penetrant in mein Un(ter)bewusstsein gebrannt hat, ist mir selbst klar, wie oft ich anklage, beklage, meckere, nörgle, zuerst einmal immer die Widers und Abers erkenne und herausfinde. Ich hab vielleicht meine naive, unschuldige Sicht der Dinge verloren. Ich bin vielleicht bloß nur so realistisch wie ich immer als Erklärung angebe. Ich bin ein sehr kritischer, empiristischer Mensch.
Aber ich frag mich immer, Mach ich den Anderen dadurch nicht dauernd etwas madig? Geh ich ihnen als ewige Kritisiererin auf den Geist? Werde ich als alte, verbissene, verbitterte Oma enden?
Auch beim Schreiben hier ist es nicht anders: Über wie viele erfreuliche Dinge berichte ich, und wie oft bin ich am Aufzeigen von Dingen die nicht optimal oder gar empörend sind? Warum ist mein Schwerpunkt immer nur auf das Anklagen gerichtet?

Ich hatte fast vor, mich über Hundebesitzer in der Großstadt auszulassen (Fakten! Beobachtungen! Erkenntnisse! Anklagen!). Was in einer Aufregung über den sich heutzutage offenbar durchsetzenden Kindererziehungsstil übergegangen wäre.

Ich hätte eine lange "Kaffee-dazuhol-weil-so-lang"-Geschichte niederzuschreiben, wie es einem im österreichischen Gesundheitswesen ergehen kann, wenn sich die operierte Schilddrüse zu langweilen scheint und man weniger als herumgereicht wird.

Ich könnte mein Schockiertsein darüber darlegen, wie aus Spaß, Freude und Spannung schnöde Geschäftemacherei gemacht wurde, anhand des Beispiels eines derzeit aktuellen Stickersammelalbums bzw. dessen Befüllung.

Aber ich will nicht mehr. Ich will mich über die alte Dame, die sich (ich gehe jetzt garantiert nicht im Detail mehr darauf ein!) am Straßenbahnausstieg grundlos unmöglich benommen hat, nicht länger ärgern als ich brauchte, um auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Ich will das nicht mehr. Respektive, ich will das nicht mehr in einem solchen Ausmaß. Ich will all so etwas nicht mehr derart intensiv und lange mit mir umherschleppen. Vergessen ist natürlich nicht, aber "Look back in anger" soll's in meinem Kopftheater auch nicht als Daueraufführung (mehr) spielen.
Bin ich in ein neues, erweitertes Level des "Erwachsenwerdens" eingetreten? So dass ich eines fernen Tages zwar Ungerechtigkeiten aufzeigen, aber auch wirklich los(ge)lassen (werden) kann? Bzw., losgelassen werden kann?

So bin ich losgegangen und habe versucht, die schönen Seiten zu sehen (wie klingt das banal). Erst mal einer Wohnung.
Immer meckere ich, wie unordentlich es ist. Wie viel sauberer es sein könnte. (Ja, ich arbeite Vollzeit und bin nicht Sklave meiner Wohnung. Ja, es ist woanders noch übler. Ja, es ist im Grunde eh alles OK.) Ich hab die Kamera geschnappt und meine Lieblingsnischen fotografiert. Und währenddessen innerlich kritisiert, dass man dabei das ungeputzte Fenster sieht. Oder den Staub auf dem Fensterbrett. Oder eine Unaufgeräumtheit. Aber ich hab mir selbst gesagt (insert here: typical cartoon-angel&devil-sitting-on-shoulders-scene), Ist jetzt wurscht. So ist es. Darum geht's jetzt nicht. Und beim Runterladen der Bilder hab ich gemerkt, dass manche davon leicht verschwommen sind. Und nein, das ist jetzt wurscht. So ist es. Darum geht's jetzt nicht. Anstatt die Bilder zu löschen und zu wiederholen, wie es sonst meine Art gewesen wäre.
Es muss nicht perfekt sein. Das ist die Übung daran. Konzentrieren auf das was gut und schön ist. Nicht auf das was zu kritisieren wäre. Anderen wird es nämlich vielleicht wurscht sein jetzt. Weil es so ist. Und weil es jetzt darum geht:

Das Amselnest auf der alten Küchenwaage, neben der selbstgezogenen Vanillepflanze.

Einfach das Gesamtbild, das sich einem Vorübergehenden draußen bieten möge.

Die eklektische Klimbimsammlung rund um meinen Schreibtisch.

Die Fundstücke im Bad die so "ich" sind.

Die Dinge im Vordergrund sind nicht die Medikamente.

Die Erbstücke meiner Großeltern, die ich schon als Kind geliebt hab.

Der unwillkürliche "Trockenteich" im Garten.

Dass sich so viel zusammensammelt was zusammenzugehören scheint.

Unser Aardman-Insider.

Dass auch eine Toilette Platz für Persönliches hat, dessen sich lohnt, eine Weile umhergeschleppt zu werden.






Dass es einfach ist, wie es geworden ist.

Und dass wir offensichtlich sind wer wir sind.




Sonntag, 22. April 2012

Wo sind all die Hüte hin...

Ich sehe mir gerne historische Dokumentationen an. Vorzugsweise die jüngere österreichische Geschichte betreffend, also die der letzten 150 Jahre.
Und was meinem outfitspionierenden Auge auffiel: Mann (und nicht nur Mann) trug anno dazumal Hut auf der Gasse. Kommen Politiker heutzutage aus dem Parlament spaziert, sind sie barhäuptig.
Wann fing es an, dass unbedeckte Köpfe nicht gegen den Anstand und Dresscode verstießen? Oder: Dass Hüte Alte Hüte wurden?

1910er  ...  1930er  ...  1950er   ...   1960er   ...   1970er
(Bildquellen sollten sich aus den URLs ergeben)

Als Mann das Haar lang zu tragen pflegte? Oder hat's schon wieder was mit dem Autofahren zu tun? (Strecken die nicht mehr zu Fuß zurückgelegt werden bedürfen keiner Wetterschutzbehütung? Hutgebilde stört beim Manövrieren eines Automobils? Versteife ich mich etwa ein bisschen auf die Böse-böse-Autounkultur-zerstört-uns-das-wahre-Leben-Philosophie?)
Und dann kamen die Baseballkappen?
Wie viele Männer (schränken wir jetzt mal auf die Altersgruppe 30/40+ ein) tragen noch Hut? In der U-Bahn? Auf der Straße?

Gerne anschauen werde ich mir demnächst einen Film, der mir eigentlich zuerst aufgrund seiner Kostüme aufgefallen ist: Hugo Cabret.
Die Strickpullover! Die Tweedjacken/mäntel! Die Strümpfe und Stiefel! Und wieder die Hüte auf den Straßen.
Und da offenbart das leicht unverstehende Antlitz S.s dann ein bisschen, was "Ryan Gosling" wirklich dächte, wenn ich sag,
"Ich mag den Film sehen – den mit dem Buben in dem großartigen Pullover!" – "Und wie heißt der Film?" – "Hab ich jetzt vergessen, aber die Kostüme sind toll!" Aaaah ja.