Samstag, 17. November 2012

Koloskopie haben Sie schon gemacht?

Oder: Die Must-Haves der medizinischen Versorgung.

Neulich war ich das erste Mal zu einer so genannten Gesundenuntersuchung bzw. Vorsorgeuntersuchung. Um einmal rundum nachschauen zu lassen, was noch für medizinische Überraschungen an Fehlfunktionen meiner weltlichen Hülle im Verborgenen dahinblühen bzw. -welken.

Nach den praxisüblichen Abgaben diverser Körpersäfte und dem Multiple-Choice-Ankreuzeln mittelumfangreicher Fragebögen (an denen mir im Nachhinein das Fehlen des Punktes "Allergien" auffiel), wurde ich von einer jüngeren, molligen Ärztin in Empfang genommen. Um zuerst einmal ein EKG meinerseits schreiben zu lassen. (Der zuvor gemessene Blutdruck ergab, für meine Relationen des 100zu60mit55Puls, Traumwerte, was ich einer natürlichen Nervosität zuschreibe.) Das Abhorchen meiner Halsschlagader ergab scheinbar angenehme Geräusche, mit dem Kommentar dass wohl nichts verkalkt sei (wovon ich doch, bitteschön, ausgegangen war). Auch die Lunge surrte wie ein frisch staubgesaugter Computerventilator.

Dann ging es weiter mit dem verbalen Abtasten meiner Physis. Und ich dachte, sie fragte mich detailliert nach meinem subjektiven Empfinden bzw. stellte mir Symptomfangfragen. Aber ach! Es war das gestrenge Abfragen einer ToDo-Liste.
• Wann waren Sie das letzte Mal beim Zahnarzt. – Ich hab einen Kontrolltermin im Dezember.
• Wann waren Sie das letzte Mal beim Augenarzt. – Puuuh, das ist schon ein paar Jahre her. Ich hab jetzt aber nichts Auffälliges beobachtet; dass meine Sehstärke schlechter geworden wäre zum Beispiel. – Aber das sollten Sie schon machen; einen erhöhten Augendruck merkt man ja nicht. – (Aaaha.)
• Gut. Waren Sie schon einmal beim Hautazt. – Ämm, das hatte ich für die nächste Zeit einmal vor. Aber wissen Sie, es ist nicht unbedingt mein Hobby zu Ärzten zu gehen wenn ich kein spezifisches Problem oder Leiden habe. Und mit dem Rücken und der Schilddrüse hatte ich in der letzten Zeit genug chronische Unstimmigkeiten zu untersuchen und zu behandeln. – Jaaaaa, aber gerade heutzutage treten vermehrt Fälle von Hautkrebs auf. Und man muss schon die Durchblutung von Muttermalen messen lassen. Ich schreib Ihnen gleich eine Überweisung. – OK, ämm, danke.
• Gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Orthopäden? – Nunja, es ändert ja nichts an meinem Bandscheibenvorfall... – Ich geb Ihnen gleich eine Überweisung zur physikalischen Therapie.
• Zum Gynäkologen gehen Sie?– Klar. – Für eine Mammographie sind Sie eh noch zu jung. – (Hab ich schon mal gemacht, aua. Und für die Schilddrüsensache war ich statistisch gesehen auch noch viel zu jung, drei Mal kurz gelacht.)
• Koloskopie haben Sie schon gemacht? – Nein danke? Allerdings hab ich auch keine Beschwerden diesbezüglich. Bis auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die per Allergiebluttest nicht bestätigt werden konnten, die ich nur selbst beobachtet hab. – Na das kann ja dann der Hautarzt auch austesten. – Ah ja, und die mir bekannten Allergien... – Na Sie haben ja angekreuzt Sie haben kein allergisches Asthma. – Ja aber Heuschnupfen. – ...

Eine Woche drauf soll's dann eine Befundbesprechung geben, und eine Körperfettmessung, so meinte sie. Weil ich gemault hab dass das mit der Schilddrüse und dem Gewicht etc. Mal schaun ob da eine Diätologin einen Trumpf auf den Tisch legen kann; ich bezweifle es.

Auf dem Heimweg dachte ich mir dann, Das nimmt ja Ausmaße an. Ich bin ja voll out, medizinisch gesehen. Nicht nur dass ich kein iPhone/SmartPhone hab, ich lieg ja voll nicht im Trend der Must-Haves hier. Keine Koloskopie! Pah! Wie konnte ich so lang ohne... Ich lass meine spärlichen Muttermale nicht regelmäßig durchleuchten... ich bin ja voll der N00b was solche Happenings angeht. Gelnägel hab ich ja schließlich auch nicht. Da fällt mir ein, es wurde gar nicht gefragt ob ich ins Solarium geh. Da bin ich ja auch voll nicht mit dabei. Keine lockeren Zähne! Und keine Teilprothesen im Mund!
Arztpraxiswartezimmer sind doch DIE MeetingPoints für Seniorinnen. So fad ist mir doch noch nicht.
Oder wie meine Mutter verwundert erzählt, dass ihre gleichaltrige Freundin erstaunt darüber ist, dass meine Mama keinerlei chronische Krankheiten und (Alters)Zustände vorzuweisen hat. Kein Zucker? Kein Cholesterin? Kein Bypass? Ja für wie alt hältst du dich denn! In dem Alter hat man doch marod, weißhaarig und beige-gewandet zu sein! Und vor der Pensionierung zumindest ein latenter Hypochonder.
Ich bin ja sowas von un-hip.

Sonntag, 4. November 2012

Lagerfeuer im Zwischenstromland

Allbekannt ist, dass man in dusteren und feuchten Tagen wie derzeit vermehrt Zeit in den angemieteten Rückzugsgebieten verbringt. Mit dem Wunsch nach Winterschlaf melden sich auch weitere Urinstinkte zurück: beispielsweise der Nestbau- bzw. -Reinigungstrieb.

Fläzt man nun leicht lethargisch auf dem Sofa und lässt das schnupfentränige Auge über den Raum schweifen, fällt einem auf, dass sich letzendlich alles, drinnen wie draußen, in die immer gleichen Stellen wehen lässt. Die Wohnung ist ordentlich und geputzt? Das möchte man meinen. Aber wohin weht es draußen Laub und Sand? In Winkel und Ecken. Es fängt sich unter Hervorstehendem. Dieses Naturgesetz gilt auch im überdachten Raum: Wo immer sich Winkel und Ecken finden, dort finden sich Türmchen, Häufchen, Kistchen, Säckchen. Was heimatlos durch die Zimmer treibt, weht mithilfe eines unmerklichen Windhauchs in Nischen. Und unter möbelarchitektonische Bäume und Büsche wie Betten und Regalkonstruktionen. Und hängt dort ewig fest. Naturgemäß sind auch das die Stellen, an denen sich Lurch und Staub fangen. Wohin sich verständlicherweise mitunter auch Spinnen zurückziehen. Ist der Windhauch stiller, segeln welke Blätter wie von Zauberhand herab und belegen Oberflächen, bis es sie in besagte Winkel treibt. Ist es nicht so? Ist es nicht immer so?

Nun sehe man seine Räume wie kleine Gärten und Parks. Man kehre das Laub aus den Ecken heraus, wo es unbeachtet vor sich hinrottet und verwittert. Man fange es dort heraus, wo es sich unter größeren Gebilden geschoben und gefangen hat.
Das ist die erste Naturgesetztheorie.

Die zweite Naturgesetztheorie ist eine Methode. Nennen wir sie die Lagerfeuermethode.
Einerseits können wir, mit einem bildlichen Körbchen im Arm, durch die Gegend gehen und Früchte, Beeren und Wurzeln einsammeln, die uns auf dem Weg begegnen. Sprich, mit einem Sack oder einem Karton durchs Zimmer gehen und einsammeln, was mitgenommen und sortiert/weggeworfen werden soll. Das entspricht uns Jägern und Sammlern. Und was wir auch brauchen, und was einen großen Effekt erzielt, ist, ein Lagerfeuer aufzubauen. Dazu geht man bekanntlich umher und sammelt umherliegendes Treibholz, Ästchen, abgestorbene und abgebrochene Äste, Laub als Zunder. Wie man das in der Wohnung tut? Nach dem selben Prinzip. Man gehe und sammle alles, was keinen eigenen Platz hat oder zu finden ist wo nicht sein Platz ist, und trage es an eine freie Stelle, in der Mitte des Raums. Man türme alles gut sichtbar und begehbar zu einem Lagerfeuer auf. Doch anstelle es zu entzünden (was eine schnelle und effektive, aber in Wohnungen weniger empfehlenswert Methode wäre), trage man (nach großer Bewunderung des Umfangs des Zusammengetragenen)  diesen Haufen Stück für Stück wieder ab. Bringe Dinge an ihren tatsächlichen Platz. Oder entsorge sie; in anderen Worten, werfe sie weg.

Das Jagen und Sammeln ist in uns verankert. Wie sonst käme es dazu dass wir so viele Dinge heim schleppen und verwahren. Nutzen wir diesen Urinstinkt in die entgegengesetzte Richtung. Los, an die Laubrechen. Und die größten Lagerfeuer sind doch immer die schönsten.

Samstag, 27. Oktober 2012

Andere Bloggen

In meiner Linkliste gibt es eine Reihe verschiedener Blogs, die ich regelmäßig lese, wie man Magazine liest oder Fernsehserien anschaut. Entdecke ich einen neuen Blog der mich interessiert, lese ich zuerst einmal die ersten paar neueren Seiten, und ist mein Interesse dann verstärkt erweckt, arbeite ich mich chronologisch von ganz von Anfang an zur "Gegenwart" durch. Denn meist sind es Blogs von (Familien)Menschen, deren Blog im Hintergrund eine Geschichte erzählt. Eine Entstehungsgeschichte. Eine Entwicklungsgeschichte. Ohne dieser chronologischen Lektüre gingen mir Hintergrundinformationen verloren, kennte ich mich nicht vollkommen aus.

Manche dieser Blogs fliegen nach einiger Zeit wieder aus meiner Linkliste raus. Entweder der Funke ist nach vielen Jahren des Bloggens erstorben und es kommen einfach irgendwann immer weniger bis schließlich gar keine Beiträge mehr. Oder aber, und das geschieht in der letzten Zeit leider gar nicht so selten, bzw. beobachte ich fast schon einen Trend in diese Richtung, verkehrt sich der Inhalt des Blogs von 1. ich schreibe auf was mich beschäftigt, 2. ich möchte Andere daran teilhaben lassen, 3. ich schreibe was Andere interessiert, zu 4. mein Blog ist meine Werbeplattform. Besonders in den US-Blogs beobachte ich eine enttäuschende Vermarktungswelle.

Dazu sollte ich vielleicht ein bisschen auf die Kategorien eingehen, aus denen meine Linkliste betreffend Blogs teils besteht.

Da wären einerseits die "Handarbeits"-Blogs, in denen gezeigt und geschrieben wird, was (hauptsächlich) frau soeben gestrickt/genäht/gewerkt hat. Oder was gerade im Werden ist. Großartige Inspirationen gibt es da, hilfreiche Hinweise und Ideen, und tolle Dinge zu bewundern. (Zumeist sind es keine reinen Handarbeitsthemen, denn, und das ist meiner Ansicht nach das Spannende und Verbindende, die zumeist Damen haben natürlich selbst auch noch eine ganze Menge anderer Themen im Kopf, die ihr Leben und Denken bestimmen und beschäftigen. Und sei es "nur" ihre Familie und was sie alles gemeinsam erleben und meistern.)
Im besten Fall bleibt es auch in dieser Form. Die Fertigkeiten entwickeln sich, neue Projekte enstehen. Neue Inspirationen werden (mit)geteilt.
Und dann "passiert" es: Man entdeckt die Kommerzialisierung. "Meine LeserInnen" bewundern was ich hergestellt habe? Es findet großen Anklang wenn ich erkläre wie ich was gemacht habe? Mein Strickmuster ist beliebt? Jede/r hätte gern so ein Täschchen? Was anfangs noch wie unter Freunden einfach weitergegeben wurde: Jetzt ist es soweit! Man kann jetzt meine Schnittmuster und Anleitungen auch downloaden! Ganz einfach. Aber mit dem Unterschied, dass man jetzt dafür zahlen muss. Wäre ja blöd, wenn man diese Beliebtheit nicht nützte. Vielleicht muss da ohnehin ein Copyright drauf. Und wisst ihr was? Weil meine Fotos auch so schön geworden sind, lasse ich jetzt ein Buch von meinen Werken und Anleitungen drucken. Wer wissen will wie man auch so was machen will, bitte hier der Amazon-Link. Und damit sich die Chose auch bezahlt macht, weise ich gerne immer wieder darauf hin.
Der Inhalt meiner Blogposts sind jetzt meine Buchsignierungsstundendaten. Kommt, kauft mein Buch, und trefft mich in Natura! Übrigens halte ich jetzt Workshops und Kurse ab. Meldet euch rasch an. Freundschaftliche Bloggertreffen sind doch sowas von gestern.

Dann gibt es die Sparte der "Simplifier" und "Unclutterer". Sehr interessante Inspirationen und Tritte in den Allerwertesten, wenn es darum geht, wie man ein wenig Ruhe, Raum und Ordnung in sein physisches Umfeld bringen kann. Und wie ginge es besser, als jemand parallel bei seinem/ihrem persönlichen Projekt zu folgen. Da läuft es dann so: Ich schreibe diesen Blog, damit ich bei meinem Konzept nicht den Faden verliere und meine Ziele nicht aus den Augen verliere. Dann wiederum zeige ich Anderen, was ich tue, und bekomme dadurch Ansporn und Bestätigung. Weiters stecke ich quasi Andere an und sie wollen es mir gleichtun. Und geht es gemeinsam nicht einfacher? Aber dann geht es los: Das Muster wiederholt sich. Neueinsteiger fragen mich um Tipps. Meine Checklisten sind beliebt. Immens viele Leute lesen meinen Blog. Ja, man sieht schon worauf es hinauskommt: Ich werde etwas kostenpflichtig veröffentlichen. Ein Buch oder zwei. Ich erfinde Webinars oder ähnlich, zu denen man entgeltlich Zugang hat und mir via Livestream folgen kann, wie ich über meine Erfahrungen doziere.
Und damit ich auch nicht zu viel von dem Inhalt verrate (sonst braucht ja niemand mehr kostenpflichtig dranzukommen), mache ich den Inhalt meines Blogs nunmehr allein als Werbeinfo auf. Dass ich ganz am Anfang meines Projekts meinte dass ich versuchen will, mit so wenig Dingen und Geldmitteln wie möglich auszukommen, ist jetzt irgendwie aus dem Blickwinkel gerutscht. Statt aus dem Finanzmarkt auszusteigen, steig ich jetzt einfach drüber. Übrigens ziehen wir jetzt doch wieder in ein größeres Haus um, und ich hab gemerkt, das Auto brauch ich wegen der Buchsignierungen und Vorträge doch wieder. PayPal wird akzeptiert, keine Sorge.

Auch die Blogs die über Ernährungskonzepte berichten (Stichwort Paleo), kommerzialisieren sich nach einiger Zeit wie von Zauberhand und schleichend automatisch. BloggerIn schreibt, versucht, berichtet, berät, vermarktet letztendlich. Von "alle die Ratgeber sind doch Geschäftmacherschmarren" zu "hurra, mein Buch erscheint diese Woche".

Kein Wunder also, wenn solche Blogs, die ich seit wirklich geraumer Zeit gerne verfolge, enttäuscht und genervt aus meiner Liste kicke.
Ich will weiter gelungene Fotos bewundern, die auf dem Ausflug/im Urlaub entstanden sind, und keinen Promopost durchscrollen, in dem ein Ebook dazu beworben wird, in dem steht wie man solche Fotos knipsen und bearbeiten kann.
Ich will weiter Strick- und Nähwerke bewundern und mich über "schau mal, so geht das" freuen, und nicht bei einem Link zu einem kostenpflichtigen Ravelry-Muster landen.
Ich will weiter lesen wie jemand in seinem/ihrem Vorhaben weiterkommt und mich darüber freuen wie und wenn es klappt, und nicht angeteast zu einer Registrierung angeleitet werden.

Ist es das, woraus wir scheinbar nicht entkommen können? Ist man dem System gegenüber wirklich so chancenlos? Sind wir alle wirklich, wenn es darauf zurückkommt, doch an unsere Bankkonten gebunden? Können wir nicht einfach etwas aus/ver/teilen, einfach nur so? Ohne finanzielles Profitdenken? Ohne Entgehungsängste? Ist die Freude am Miteinander und Füreinander wirklich nur so kurz wirksam?

Glücklicherweise gibt es noch eine Fülle an Blogs die ich immer noch, immer wieder, und immer lieber lese. Die sich weiterentwickeln, in sich vernetzen, wachsen und reifen. Und das ganz ohne Werbung und Cashflow. Weil es den SchreiberInnen weiterhin einfach ein Bedürfnis ist, zu denken, (sich) zu entwickeln, (mit)zuteilen. Weil sie sich nicht als AuftragschreiberInnen fühlen. Die nach einiger Zeit (und das ist meine wiederholte Beobachtung) überfordert und ausgebrannt ihre Inspiration, ihre Motivation und ihre Lust verloren haben, nur verloren haben können.

Also lieber pleite und froh als erfolgreich und K.O.

Schreibt so weiter wie Ihr seid, liebe Mädels. Ich würde Euch schmerzlich vermissen.
Zwar wisst Ihr garantiert nicht, wen von Euch ich meine, denn wahrscheinlich wisst Ihr gar nicht einmal von der Existenz dieses Labors hier. Aber das ist schon gut so. Börsennotiert sind die Anderen.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Niemands Manifest

Allerorts sprießen die Veröffentlichungen eines gewissen Blogger-Manifests. Was soll ich sagen, ich halte es da ein wenig mit Wittgenstein und laufe nicht unqualifiziert und ungefragt mit (auch wenn ich vollkommen zustimme). Weil ich nicht betroffen bin (bei Ausbleiben von Kommentaren kann auch keine Unart auftreten) und daher meiner Ansicht nach kein Recht habe, den Schnabel aufzureißen. Habe ich nicht persönlich die Erfahrung gemacht, habe ich keine Berechtigung, kann ich nicht ein Banner hochhalten.

Glücklicherweise ist in diesem Fall ein Kelch an mir vorübergegangen. Wie auch in der derzeit regionalen Aufregung um milchstraßenbewegende Änderungen der Kfz-Parkmodalitäten (und ja, ich zwicke täglich meine Lippen aufeinander, um nicht zu viel der sarkastischen Bemerkungen und/oder süffisanter Grinser auskommen zu lassen – meine Geistes- und Körperhaltung motorisierte Fortbewegungsmittel betreffend ist hinlänglich bekannt).

Ich bin der Meinung, mir stehen keine öffentlichen Statements zu etwas zu, was mich nicht zu einer Initialäußerung inspiriert bzw. genötigt hat.
Ein Manifest habe ich in meinem Leben allerdings schon verfasst, vor über 20 Jahren, genannt das Niemands-Manifest.
Doch in welchen Belangen ich ein Niemand bin, kann ich kein Manifest verfassen oder unterzeichnen.

Donnerstag, 13. September 2012

12 aus dem 8


Ansichtskartenfotohintergrund

Felsenwandsamtgewand

Stickdruckmuster

Drittaugendenkerstirnwirbel

Teppichfrisurenmodell

Schattenuhr

Wachsklecks

Ausbauauswuchs

Mutualwässerung

Schwapprückzieher

Bodenbewölkung

Luftwasser


Warum ich keine Wasserzeichen verwende oder Nutzungsbedingungen/-hinweise einfüge: Weil es doch im Grund nichts bringt und bringen kann. Wer meint nehmen zu müssen, tut es ohnehin. Um ein Bild photoshopsicher zu machen, müsste man es extrem entstellen. Was verliere ich, wenn jemand es verwendet? Selbst wenn daraus Kapital geschlagen wird, ich verliere nichts. Und um ganz ehrlich und genau zu sein, auf das Abgebildete habe ich kein Copyright. Es gehört mir nicht. Selbst wenn ich es gemacht habe und es mir gehört. Selbst wenn jemand es als Seines ausgibt – ich verliere nichts. So wie es das Leben nicht sicherer macht wenn ich Namen und Adresse nicht publik mache. Jeder beliebige Fremde an der Supermarktkasse hinter mir kann mich ausspähen, beobachten und verfolgen, wenn er es darauf anlegt. Die absolute Sicherheit ist eine Illusion.

Samstag, 8. September 2012

Warums

Ich find's ja schön, wenn Kinder "Warum" fragen.
Ich find's auch schön, drauf zu antworten, auch wenn dreiundzwölfzig Warums aufeinanderfolgen.
Mit fortgeschrittenerem Kindesalter kommt manchmal auch dazu, dass manche Warums gemeinsam erforscht bzw. nachgeschlagen werden müssen. Schön.
Besonders schön ist es aber, wenn Warums kommen, deren Antwort man nicht nachschlagen kann. Die man selber erdenken muss. Oder entwickeln.

Warum zeigen sie in der Werbung für Haarfärbemittel immer nur Frauen? Und warum sind immer nur Frauengesichter auf den Haarfärbeverpackungen? Sind die nur für Frauen? Färben sich Männer die Haare nicht?

Warum sammelt der Körper so viel Fett an wenn man zu viel isst, und man wird dann zu dick? Warum kann er das nicht einfach wieder loswerden wie Ohrenschmalz? Warum kann er das nicht dazu verwenden, kranke Teile neu nachwachsen zu lassen?

Warum kann man keine Kleidung und Schuhe herstellen, die sich in Größe und Stärke immer der Temperatur anpassen, und die Schuhe haben einen automatischen Schwebeantrieb mit Müdigkeitssensor, wenn einem die Füße weh tun oder man nicht mehr gehen kann?


Freitag, 3. August 2012

Camera Rasa

Diesjährige Mitbringselgeschenke*.

Ein Baumwollwaschsetgeschenksmitbringsel.

Urlaubsvorteil: Wach genug für Sommernachtsbesucher.

Und Vollmondschaumansichten.

Wenn Frau Holle ein Mitternachtsschaumbad nimmt.

We like the Moon. 'Cause it's so close to us.


* Das Dreieckstuch ist sozusagen Stellvertreter für eine ungefähr 3- bis 4mal so große Geschenksvariante. 
Multiplizieren Sie daher bitte die angezeigte Fläche mal π.