Samstag, 10. Oktober 2009

Zitat mit Senf

Es ist schon interessant, was man alles langsam aber sicher aus den Augen verliert, wenn man sich dem tagesfüllenden Broterwerb hingibt.

Ich werde immer malen!, rief ich zeigefingerhochstreckend in die Welt.
– Nun, wenn denn Zeit bliebe. Und man es nicht auf Auftrag muss, und zwar so wie die Auftraggeber es verlangen. Und wenn es nicht virtuell sondern haptisch wär.

Ich bleibe mit allen die ich kenne in Kontakt, aber sicher doch!, war ich mir gewiss.
– Ja, wenn man sie alle Jahre mal wieder zusammenklaubt und komplizierter Treffens-Termine ausmacht als es in der vollsten Zahnarztpraxis Usus ist.

Wahre Freundschaft: eine sehr langsam wachsende Pflanze.
– George Washington

Oft gibt's doch aber auch Freundschaft auf den ersten Blick. Das wäre dann also so, als grübe man sich eine dreijährige Linde in den Garten.
Oder die potted plant wirft ihre Blätter ab und produziert danach nur noch schütteres Miniaturlaub.

Über Schießstand-Plastikrosen, Seidenblumen oder Origamiblüten kann man das Zitat auch drüberstricken.
Ebenso über getrocknete und gepresste Blüten und Blätter, die man sich vom Wegesrand nach Hause genommen hat.

Übrigens bin ich ein Freund des "Unkrauts". Das heißt, ich musste als kleines Kind meiner Großmutter damals beim Unkrautjäten mittendrin leider absagen, denn "Oma, das ist alles ja gar kein Unkraut, da sind ja Blüten dran, gelbe und weiße und lila!".
Unkraut gibt's nicht. Es wächst bloß dort wo wir es nicht geplant haben. Vielleicht kämpft es ja grad deshalb so hartnäckig und energisch um sein Bestehenbleiben.

Freitag, 9. Oktober 2009

uFF – und wie die Zeit vergeht

Schon wieder ein Freitags-Füller und nichts weiter dazwischen. Was bedeutet, dass viele Dinge sich erst in Fertigstellung befinden, und ich weiters in der richtigen Laune sein muss, so manche Schreib-Idee auch hier einzutragen. Zwei oder drei stehen schon dicht in der Warteschlange, aber dutzende Themen des Alltags eben auch. Denn merke: Organisiert man sich zum Beispiel schnell eine neue Waschmaschine, kommt das Anschließen und Verwenden erst nach mehreren vorbereitenden Schritten. Die ich, so wie meine Kopfthemen, aufschiebe. Zumindest bis morgen.

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1. Nichts und niemand bekommt mich dazu die USA zu bereisen.

2. Meine kühle Nasenspitze erinnert mich daran, dass es jetzt Herbst ist.

3. Ich kann einfach nicht ohne Buchstaben leben.

4. Dem Kind die Haare ein bisschen wachsen zu lassen und meinen musculus sternocleidomastoideus zu entspannen sind zwei Sachen, die ich ausprobieren möchte.

5. Wenn das Leben dir Zitronen gibt, zieh aus deren Kernen neue Pflänzchen.

6. Der Garten meiner Großeltern ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf Stille in den Ohren, morgen habe ich nichts Besonderes für S.s Geburtstag geplant und Sonntag möchte ich mit dem Sohne Hyazinthen in Hyazinthengläsern ansetzen!

Freitag, 2. Oktober 2009

Über Links aus dem FF

Möglicherweise wird dies nun auch zu einer weiteren periodischen Angewohnheit, so wie an jedem 12. Tag jeden Monats umherzufotografieren. Aber noch steig ich montags nicht bewusst auf Bänke, kleide ich mich mittwochs ebenso fahrig wie sonst auch, und erkläre donnerstags nicht, wie es zu dem Inhalt meines Abendessenstellers kam.
Denn fange ich etwas an, halte ich mich ewiglich daran, und mach es zu einem meiner vielen Rituale, die ich oft nur schweren Gewissens wieder abstellen kann.

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1. Mein Erfolgsrezept für vieles ist, so viel wie möglich zu verschachteln.

2. Saure Jelly Sweets waren die letzte Süßigkeit, die ich genascht habe.

3. Die beste Gesichtscreme die ich je benutzt habe ist Babycreme.

4. Ausmisten kann eine gute Therapie sein.

5. Ich möchte dir etwas über mein neues Pullunderprojekt erzählen.

6. Einfühlungsvermögen ist eine meiner stärksten Charaktereigenschaften.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf eine Strickerei auf der Couch, morgen habe ich Kafka-Verfilmungen zu schauen geplant und Sonntag möchte ich ein Extremwellnessieren in der Wanne und darum herum veranstalten!

Montag, 28. September 2009

Art? Immoral? Vandalism?

Nun gibt es seit kurzer Zeit eine Installation in Wien, die bislang, geht man beispielsweise nach simplen täglichen städtischen Schmierblättern und deren sonst schnell echauffierten Leserbriefen bzw. derer diesbezüglichen Abwesenheit, die Wiener Bevölkerung nicht wirklich in Aufruhr gebracht hat.
Es handelt sich um die Installation "Reason to Believe" von Ronald Kodritsch.
Um die genaue "Aussage" und den Hintergedanken des Künstlers lässt sich viel diskutieren – so geschehen heute in unserem Haushalt, als auf CNN über die Installation berichtet wurde, und zwar über den geschmacklosen Skandal, den die Stadt da aufzubauen gestattete.
Unmoralisch!, eiferte der Herr des Hauses. Die Passanten würden glauben gemacht, da wäre einer vor dem Selbstmord!
Mit Aktentasche in der Hand? Seit Tagen und Wochen? Als angekündigte Installation? Und wer sagt, dass die Person/Figur denn springen will? Oder ist es nicht nur ein Blick in den Abgrund?
Genau das, meinte ich, wäre wohl die Intention ("moderner") Künstler: Man bleibt stehen, merkt auf, wundert sich, über etwas, "was da nicht hingehört".

Wie war das denn mit dem Haus auf dem Dach des MUMOK? War nicht wirklich ein Skandal, oder? Man hat aufgeschaut, sich gewundert, überlegt, nachgedacht... und CNN als Stimme der USA hat sich nicht angegriffen gefühlt und nicht entsetzt. Niemand wäre auf die Idee gekommen, in dem Haus wohne jemand und hinge nun schräg kopfüber verloren über dem Museum Moderner Kunst? Warum nun also die Sorge um den vermeintlichen Banker und den Suizidalarm?

Und wenn man nun eine blau bemalte Kuh-Skulptur mitten auf die Straße stellt? Kunst? Provokation? Vandalsimus?!? Und wenn man einen überdimensionalen Schal strickt und ihn einem Denkmal umbindet? Inklusive Pudelmütze? Ist es falsch? Bedenklich? Unmoralisch? Geschmacklos?

Warum regt sich CNN darüber auf? Und warum regt sich S. darüber auf?
Mich dagegen regen ganz andere "Installationen" in der Stadt auf. Die werden aber unhinterfragt hingenommen, und wer die ungefragt subventioniert steht auch nicht zur Diskussion.
Warum kann man einer Installation eines Künstlers nicht so offen gegenüberstehen und sagen, Das ist eben so, wie man es bei "alltäglichen" Hindernissen im Stadtleben hinzunehmen hat?

Der Herr des Hauses ist im Moment übrigens ein wenig sauer auf mich. Weil ich ihn Kulturbelange betreffend "manchmal ein wenig konservativ" genannt habe. Und ihm vorwarf, das gesamte Konzept der Modernen Kunst nicht wirklich begriffen zu haben.
Nun, stammt er auch nicht aus dem Land der Nitsche und Rainers, sondern von dort, wo es untersagt ist ObenOhne zu baden, geschweige denn gleich FKK.
Doch, er ist konservativ in gewissen Dingen. Warum sonst hätte er nicht das Gesicht verzogen, als der Bub auf eigenen Wunsch Kindernagellack auf Wasserbasis in blau und grün von mir bekam?
Doch. Spießig. Aber nicht weitersagen.

Samstag, 26. September 2009

Zitat mit Senf

Da ich ja nun seit einiger Zeit diese kleinen Zitate in der untersten Schublade hier drin habe (die sich leider nicht mit jedem neuen Kalendertag sondern mit jeder Aktualisierung der Seite ändern, und zwar für jeden ein Anderes), und ich bekanntlich immer das letzte Wort haben muss... kann ich irgendwie nicht umhin, diese Zitate immer mal wieder zu kommentieren.

Beginnen wir mit einem der aus Blasenferse und Tennisarm schloss, dass Sport Mord wäre.

Die meisten Menschen sind bereit zu lernen, aber nur die wenigsten, sich belehren zu lassen.
– Winston Churchill


Dazu sag ich: Ja, no-na! Der Beigeschmack des Belehrens ist ja meist der, dass einer es besser zu wissen glaubt, und sich schulmeisterlich über den zu Belehrenden stellt. Zumindest bei mir ruft das fast automatisch eine trotzige Autoritätsverweigerung aus.
Abgesehen davon finde ich persönlich, dass gar nicht so viele Menschen bereit sind zu lernen. Man denke beispielweise an jene, die lieber jemand anderen machen lassen, als zu lernen es selbst zu können. Oder die aus ihrer Erfahrung keine Schlüsse ziehen wollen sondern sich dem Neuen verschließen. Oder Informationen abblocken und sich mit Ignoranz schmücken.

Worüber viele noch einiges zu lernen hätten, wäre, wie man ein bisschen auf sein Drumherum schauen und aufpassen sollte.


Freitag, 25. September 2009

Aus dem FF

Da mich fast schon das schlechte Gewissen plagt, weil in meinem Kopf so manche Gedanken umherschwirren, aber noch nichts handfest genug ist um niedergeschrieben zu werden, fülle ich diese scheinbare Leere mit Folgendem FreitagsFüller:

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1. Es war ein turbulenter, süßer Tag.

2. Über möglichst viel natürliches Licht freue ich mich in dieser Jahreszeit am meisten.

3. Die Wahlen am Sonntag sind auch für ein Nachbarland von Interesse.

4. Ich bin doch ziemlich erschöpft, um ehrlich mit dir zu sein.

5. Äusserlichkeiten können sich jederzeit verändern.

6. Die letzte Person, die ich umarmt habe war das Kind beim Zubettbringen – nein, halt, dann doch wieder der S.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf das Einfach-Hängen-Lassen, morgen habe ich meinen Kleiderschrank zu sichten geplant und Sonntag möchte ich an dessen Inhalt etwas ändern!

Donnerstag, 17. September 2009

Wäre der Bub eine Grille

– täten ihm jetzt bestimmt die Ohren weh.

Did you ever see
a cricket's ears stick out upon his head?
You certainly didn't
since they grow below his knees instead.

Denn so wie er in der letzten Zeit seine Hosenknie zurichtet, komm ich mit der Flickerei kaum mehr nach.
Zuerst konnte ich noch mit ehemaligem, aus einer Jeanskürzung stammendem, Hosensaumstoff etwas hinwerkeln.
Zuerst links,

dann rechts,

doch wie man merkt, da geht jetzt nichts mehr. Von rechts wegen.

Also schalt die Mutter, Die kann ich jetzt nur mehr abschneiden!!! Und es jammerte das Kind, Nein, bitte nicht abschneiden!, denn die Hosensaumflicken mit den Pfeilen und den Rissrichtungen gefielen ihm dann wohl doch zu sehr (ja dann hätt'st halt besser auf die Hosen aufgepasst).
Ging doch aber nicht mehr anders. In einer Spätabendaktion mussten sie nun doch amputiert werden, und bekamen Prothesen aus übrigem Jeansstoff (=fester+strapazierfähiger) der erst kürzlich zur Gänze angefertigten Bubenhosen.

Zum leichten Entsetzen des Kindes heute Morgen, denn die Pfeile waren spurlos verschwunden. Aufgehoben. Zu einer allfälligen späteren Wiederverwendung. Weil das Kind sie ja so mag.

Information am Rande: Hier kam nun schon das neue Nadelkissen zum Einsatz.

Obermaterial: Japanischer Stoff. Ein Rest, an dem noch ein halber Schmetterlingsflügel klebt. Die Unterseite besteht aus meinem ehemaligen, mittlerweile arg zerschlissenen und daher in die Stoffsammlung verstauten, Lieblings-Couchpolsterüberzug. Reinkarnation im kleinen Stil. Und das Knopferl obendrauf ist ein gefüllter Fitzel eines 70er-Stoffes, den mir meine Mutter vermacht hat.

Aber da es ja der Nadeln mehrere Sorten gibt, durften die Händchen sonst ja auch nicht still halten, und fertigten innerhalb zweier Tage den Pullunder für den Buben, und Fäustlinge noch dazu.


Und weil die Mutter ja auch ihren Spaß haben will, ein Paar Spaßfäustlinge für moi-même obendrein.


Wie immer kommen die Farben photographisch nicht so ganz richtig heraus, aber es sind wunderbare Speiseeisfarben. Erdbeer, Himbeer, Marille. Denn wenn schon kalt, dann wenigstens schmackhaft.
Und ich könnte in Serienproduktion gehen. Socken, niemals. Fäustlinge, ja alleweil. Fäustlinge, die Häkelmützen dieses Jahres.
Irgendwie macht mir das Lust, mal auch so eine Art Giveaway-Aktion auszurufen. Auch wenn mich da irgendwie das Gefühl beschleicht, die gingen dann geradewegs nach N'ham.
... Ich komm da grad auf eigenartige Ideen...