Freitag, 14. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 10

Falls mein heimatlicher Garten tatsächlich mittlerweile in der neuartigen alpin-pannonischen Sommerhitze eingegangen sein sollte, hab ich zumindest wieder eine Handvoll Gewächse nachzuziehen.
Was in der einen Region als alles überwucherndes Unkraut gilt, ist in der anderen ein heikles Pflänzchen, das sorgfältig umhegt werden muss und vom schlingenden Invasiven schnell zum empfindlichen Exoten wird.

Schauen wir uns auch morgen wieder um und finden vielleicht, was sich rücksichtslos breit macht, oder um nach Luft japst.

Donnerstag, 13. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 9

Sandburgen sind der Inbegriff des Vergänglichen. Gleich wie man sie vor Zugriff oder den Gezeiten schützt, sie vergehen ja doch. Man muss also schnell sein, um sie zu entdecken, und sich für kurze Momente so konzentrieren können, sie genießen zu können.
Es ist wie mit Blumen und Blüten, dem Wetter am Himmel, einem vorbeiziehendem Tier.
Mit unseren Fotokameras gaukeln wir uns selbst vor, Momente einfrieren oder aufheben zu können. Dabei zieht jeder Moment vorbei und wird zum nächsten. Kein Sinn, nervös zu werden, weil man ihn vielleicht verpasst haben könnte: In der Nervosität versäumt man schon den kommenden.

Mittwoch, 12. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 8

Vieles fällt einem gar nicht auf, wenn man es stets um sich hat und man es darum vielleicht gar nicht näher betrachtet oder überhaupt nicht hinschaut. In manchen Sprachen kann man leichter absichtlich missverstehen als in anderen.

Schauen wir uns auch morgen wieder um wenn es heißt:

Dienstag, 11. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 7

Vielleicht sind Roboter doch harmloser als Menschen.

Schauen wir uns auch morgen wieder um, wenn es heißt:

Montag, 10. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 6

Manchmal lohnt es sich, am frühen Abend einen Teller mit Katzenfutter in die Wiese zu stellen. Abgesehen von einem halben Dutzend Katzen und einer Handvoll Nacktschnecken kommt vielleicht auch ein Igel vorbei.

Schauen wir uns auch morgen wieder um, wenn es heißt:

Sonntag, 9. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 5

Der nächsten Hitzewelle sind wir also entkommen. Konstante 38 Grad, da könnte ich selbst freie Tage nur absitzen, und nicht genießen.
Dagegen sind 12 Grad fast winterlich, doch bekanntlich kann man sich immer noch etwas anziehen.

Dass es hier im Winter nicht friert, erkennt man auch an der Architektur. Fassadendämmung habe ich hier noch nicht entdeckt, dafür aber spinnwebsartige Konstrukte an den Außenmauern, die scheinbar willkürlich, da an jeder Wand in verschiedener Anordnung und Platzierung, über die Häuser kriechen.

Es ist das Abwasser- und Abflusssystem. Wo Wasser abfließen soll, wird ein Loch gebohrt, ein Rohr durchgesteckt, mit weiteren Rohren verbunden, und fertig.
Das Außergewöhnliche an dem Anblick erklärt sich durch die Temperaturen, die selten unter den Gefrierpunkt fallen. Geplatzte Rohre dürfte es nicht geben, und ein Wasserrohrbruch nicht eine derartige Wirtschaft verursachen.
Es sind immer wieder diese kleinen Details, die Unterschiede aufzeigen, und sie verstehen lassen.

Schauen wir uns auch morgen wieder um, damit wir ein bisschen mehr von der Welt verstehen.

Samstag, 8. August 2015

14 Tage im NI'emandsland ~ 4

Die Seele des Menschen ist so unergründlich, so tiefgründig, so abgrundtief unverständlich. Fernsehdokumentationen über Mörder und deren Beweggründe, ob Mensch "schon böse zur Welt kommt" oder was einen zum Morden bringt, wechseln sich ab mit der Rekapitulierung historischer Ereignisse, Kriege und deren auslösende Momente, Portraits einflussreicher Politiker und die Offenlegung ihrer Pläne, Taten und Motivationen.
Namen schwirren in meinem Kopf, Gesichter und Bilder, Mladic, Göring, Karadcic, Himmler, Milosevic, Goebbels.
Und es gibt nichts zu verstehen, und es gibt nichts zu begreifen, von Treblinka bis Srebrenica, die Menschen schaffen es einfach nicht, Gefallen am Frieden untereinander zu finden, und ihren Nachwuchs dazu zu erziehen.

Was unterschwellig weiterglost und immer wieder ein wenig Lufthauch abbekommt, lodert nur all zu schnell im Nu auf und wird zu einem Flächenbrand, zu einem Feuersturm, in dem jeder mitbrennt. Nicht überraschend. Gezündelt wird immer, ob mehr oder weniger, und oft ist der Brandgeruch einfach nicht mehr unbemerkbar. Viele haben eine feinere Nase, einigen muss es schon die eigenen Barthaare ansengen damit sie realisieren dass es ernst wird. Und manche holen den Blasebalg heraus.

Egal wo egal wann, die Reibereien hören nicht auf. Und dann findet sich über Nacht ein Graffito an einem Verkehrsschild am Rand einer kleinen Ortschaft, das auffordert, die Leben aller Zugehörigen einer Glaubensgemeinschaft zu beenden - K.A.T.
Der Mensch ist wie ein veganer Kannibale.
Und ja und nein, es ergibt keinen Sinn.

Schauen wir uns auch morgen wieder um, wenn es heißt, The Turning of the Shrew.