Sonntag, 25. April 2010

Nehmen Sie das Kind mit zu den Wahlen, Frau B.?

Aus meiner bislang nur innerkopfigen Serie "Ein Dutzend Fragen an Frau B.", in ihrem Stil inspiriert von diversen Muster-Fragebögen die Prominenten und Semi-Prominenten für non-face-to-face-Interviews vorgelegt werden, stammt die heutige Frage an mich selbst – ganz als frönte ich diesen Moment meiner Andy-Warhol-instant-Berühmtheit.

Wie auch bei den letzten verschiedenen Wahlen, seitdem das Kind auf der Welt ist, wird es, anfangs im Tragebeutel, später im Buggy, diese Tage zu Fuß, zu den Wahlen mitgenommen. Dieses Mal zur Bundespräsidentenwahl ging dem Prozedere auf dem Weg zur Öffentlichen Volksschule eine für mich typische langwierige und mit kindeslebensnahen Beispielen gespickte Erklärung eines Wahlvorgangs inklusive Erörterung der historischen sowie politischen Hintergründe voraus. Wie auch die Wichtigkeit der Wahlbeteiligung. Und unvermeidlich die Bestätigung wie wichtig und ernst es ist, gegebene Versprechen einzuhalten bzw. dieses zumindest in seiner Macht liegend zu versuchen. Wie oft und für wie lange der Präsident gewählt werden kann. Wer kandidieren kann und unter welchen Bedingungen.
Und dass und warum der amtierende Präsident in unserem Wahllokal nicht persönlich anwesend ist, und dass ich persönlich auch nicht zur Wahl stehe.

Kommentare:

Ex hat gesagt…

An meinem Geburtstag wird hier gewählt. Und wir befinden uns wieder mal in dieser extrem komischen Lage, dass wir politisch interessiert sind, aber keinerlei Einfluss nehmen dürfen - sprich: wir dürfen als Ausländer nicht wählen.
Und dann gibt es (Entschuldigung) diese Dummbratzen bei der Arbeit meines Mannes, die - schreit man ihnen "WÄHLE!" ins Gesicht - fragen, ob zwischen Bier und Wein.
Die DÜRFEN wählen.

UAH.

© hat gesagt…

Tcho. Andere Länder, andere Historien. S. und seine Freunde interessieren sich gezwungen nicht für Polizik (dabei aber sehr politisch seiend, eben drum!), da die Parteien "da oben" alle aus dem selben Loch pfeifen, im Grund... Dafür hab ich ihm kürzlich wen gefunden die interessant zu sein scheinen – nur als aktive Politiker wahrscheinlich äußerst unbegabt bzw. werden die nicht mal beachtet.
Labour ist ja auch nicht mehr Labour, drum schmeißen die Meisten den ganzen Kram ganz einfach hin und gehen nicht mal Weiß wählen... *seufz*

Dürft Ihr eigentlich mit Wahlkarte für D wählen? Oder, weil nicht dort wohnhaft, nicht mal das?

Ex hat gesagt…

Ja, wir dürfen und wir wählen auch!